Reise nach Mauretanien und in den Senegal

Ditib-Vorsitzender aus MK kehrt aus Afrika zurück: Kinder dort haben andere Sorgen als Corona

ücüncü
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Göksal Ücüncü, Vorsitzender der Türkisch Islamischen Ditib-Gemeinde am Lehmberg, war insgesamt zehn Tage in Mauretanien und Senegal. Auch das Verteilen von Luftballons sorgt bei den Kindern bereits für Erstaunen.

„Wenn ich in die Augen der Kinder gesehen habe, war Corona dort ganz weit weg. Sie haben ganz andere Sorgen und Nöte“, sagt Göksal Ücüncü und klingt dabei noch so, als hätte er die ganzen Erlebnisse und Eindrücke seiner zehntägigen Reise in die afrikanischen Länder Mauretanien und Senegal noch nicht ganz verarbeitet.

Lüdenscheid – Kein Wunder, denn der Vorsitzende der Lüdenscheider Türkisch Islamischen Ditib-Gemeinde am Lehmberg ist erst am vergangenen Samstag mit einer 16-köpfigen Delegation zurückgekehrt. Corona war nur am Flughafen mit einem Test zu Beginn und am Ende der Reise Thema.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Ditib-Vorsitzender aus MK kehrt aus Afrika zurück: Hilfe in Form von Kleidung und Nahrung

Neben seiner Frau waren weitere Ehrenamtler des Ditib-Landesverbands Essen dabei, um in den afrikanischen Partnergemeinden von Mauretanien und Senegal vor Ort Hilfe zu leisten. Hilfe in Form von Kleidung, Essen und Getränken. „Jeder Einzelne von uns hatte 46 Kilo an Gepäck dabei, um möglichst viel Kleidung mitzubringen und zu verteilen. Wir konnten insgesamt fast 6000 Familien versorgen“, erzählt Ücüncü, der insgesamt vier Tage in Mauretanien und sechs Tage im Senegal verbrachte und unter anderem in den Städten Rosso, Podor, Matam und Dakar war.

„Wir waren jeweils in Hotels untergebracht, die mal mehr und mal weniger komfortabel waren. Aber für die Zeit war es völlig in Ordnung“, sagt der Lüdenscheider, dem einzig die heißen Temperaturen zu schaffen machte. Von dem derzeit noch kühlen Sauerland ins 45 Grad warme Mauretanien – eine Umstellung, die Ücüncü gerne in Kauf nahm. Denn bereits seit Jahren bereist er Afrika und nimmt dafür auch sehr viele Urlaubstage. Hilft mit dabei, beispielsweise einen Brunnen in der nigerianischen Hauptstadt Niger zu errichten und den Leuten vor Ort eine Freude zu machen und Hoffnung zu geben. Die Verständigung läuft dabei zumeist über einen Dolmetscher ab oder zur Not auch mit Händen und Füßen. Hauptsache, sie sind in diesem Moment an dem Ort und können helfen.

Ditib-Vorsitzender aus MK kehrt aus Afrika zurück: Bilder lassen Ücüncü nicht los

„Wenn wir die Orte bereisen, merke ich immer wieder, wie gut es uns doch hier geht. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, während die Leute in Afrika hungern müssen. Unsere Sorgen sind ganz klein. Im vergangenen Jahr haben sich die Leute nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie bei uns mit Klopapier und Konserven eingedeckt. Dabei hatten sie selbst da noch mehr als genug zu Hause. So etwas kann ich nicht verstehen.“

Deswegen lassen ihn die Bilder auch nicht los. Von Kindern, die sich auf ein Stück Schokolade werfen. Aus Angst, dass sie nichts abbekommen. „Ich brauche auch wirklich immer mindestens zwei Wochen, um wieder in den Alltag zurückzufinden. Es bereichert aber meine Seele, die Freude in den Augen dieser Menschen am Ende sehen zu können und das ist dann die ganze Mühe wert. Man muss es auch selbst erlebt und gesehen haben, um es zu verstehen“, weiß der 58-Jährige, der noch zwei weitere Jahre als Vorsitzender der Lüdenscheider Ditib-Gemeinde vor sich hat. Doch dann soll Schluss sein.

„Ich brauche dann keine körperliche, aber eine seelische Pause“, sagt Ücüncü und freut sich dann auf weitere Sachen, die das Leben noch bereithält. Über Enkel würde sich der vierfache Vater erwachsener Kinder beispielsweise sehr freuen. Sicherlich auch um ihnen zu zeigen, dass sie mit ihrem Geburtsort mehr Glück als andere haben.

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