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Distanz- und respektlos: Polizei kämpft gegen Lüdenscheider Jugend-Bande

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Von: Olaf Moos

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Randalierende Jugendliche auf TikTok-Video
Fotos und Filme auf der Videoplattform TikTok zeigen, wie Jugendliche randalieren. © Screenshot Tiktok / Montage: Nougrigat

Randale, Pöbelei, Bedrohung und Sachbeschädigung: Eine Woche nach Inkrafttreten einer neuen Einsatzkonzeption der Lüdenscheider Polizei hat sich die Lage in der Innenstadt zwischenzeitlich offenbar etwas entspannt.

Lüdenscheid - Dafür sorgte nach Angaben des Chefs der Wache, Volker Mürmann, einerseits eine sichtbar stärkere Präsenz seiner Einsatzkräfte in der Fußgängerzone – andererseits aber auch die unfreundliche Witterung. Dennoch kam es in Einzelfällen zu Zusammenstößen.

Wie Mürmann erklärt, haben sich am Mittwoch drei Jugendliche mit den Streifenbeamten angelegt. Als sich die Einsatzwagen der Gruppe näherten, zückten demnach mindestens zwei Personen aus der Gruppe ihre Handys und filmten die Polizisten. „Darauf haben die Beamten sie angesprochen und wollten die Personalien feststellen“, so Mürmann. Doch die Handybesitzer hätten sich „distanz- und respektlos“ verhalten und die Angabe ihrer Personalien verweigert.

Die Konsequenzen für die Störer entsprechen den Ankündigungen und der Einsatzkonzeption des schnellen und niedrigschwelligen Vorgehens: Kurze Zeit nach dem Vorfall saßen zwei 16-Jährige und ein 15 Jahre junger Lüdenscheider im Polizeigewahrsam. Die Eltern wurden benachrichtigt und konnten ihre Sprösslinge im Zellentrakt der Polizeiwache in Empfang nehmen.

Nach Worten des Polizeichefs hat das Bekanntwerden der Strategie der Unnachgiebigkeit „schnell Kreise gezogen“ und „viel Zuspruch ausgelöst“. Mürmann: „Abgesehen von Äußerungen in den sozialen Medien wie Facebook, wo auch wieder viel Unsinn verbreitet wurde.“

Für den 2. Dezember ist der Leiter der Wache zuer Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Rates eingeladen und wird den Fraktionen und der Verwaltung einen Lagebericht zum Thema „Randalierende Jugendliche in der Innenstadt“ erstatten.

Am selben Abend soll zudem eine Online-Diskussion zwischen Mürmann und Bürgermeister Sebastian Wagemeyer stattfinden, um das weitere Vorgehen zu beraten. Nach wie vor ist die Hoffnung der Polizei auf mehr Unterstützung durch die Stadt offenbar gedämpft. Wie Marit Schulte-Zakotnik bestätigt, sieht der städtische Stellenplan für das nächste Haushaltsjahr eine Aufstockung des Ordnungsdienstes um gerade einmal 3,25 Stellen vor.

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