Disput zwischen Friedensgruppe und VDK um Ort des Gedenkens

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Umstritten: das Denkmal an der Parkstraße.

Lüdenscheid - Nicht zum ersten Mal prallen die Meinungen zum Austragungsort für die zentralen Gedenkfeier am Volkstrauertag aufeinander.

Hier die Friedensgruppe Lüdenscheid, die nicht versteht, „warum der Volkstrauertag bis heute in Lüdenscheid vor dem Denkmal ,Der Erwachende’ nach dem Slogan der Nationalsozialisten ,Deutschland erwache, Juda verrecke’ stattfindet und nicht an den Gräbern der Gefallenen“. Dort der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), dessen Ortsvorsitzender Thomas Ruschin die Behauptung der Friedensgruppe, mit der Gedenkveranstaltung an der Parkstraße werde dem Ehrenmal als NS-Denkmal gehuldigt, entschieden zurückweist.

„Warum hat kein Verantwortlicher den Mut, die Tradition der Erinnerung im nationalsozialistischen Sinn von Heldengedenken zu beenden und der Erinnerung an den Soldatengräbern, zum Beispiel auf dem evangelischen Friedhof im Sinne des Grundgesetzes Geltung zu verschaffen“, fragen Martin Sander, Matthias Wagner und Bernd Benscheidt. Seit Jahren bitte die Friedensgruppe den VDK zu einer demokratischen Versammlung und Abstimmung einzuladen. Leider werde dies bis heute abgelehnt. Das widerspreche dem Friedensmotto des VDK „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“.

VDK-Ortsvorsitzender Thomas Ruschin erklärt dagegen, die Gedenkveranstaltung am Sonntag mit einer Vielzahl städtischer Amts- und Würdenträger werde mit ihrem würdevollen Charakter dem Anlass des Volkstrauertages vollkommen gerecht. Es sei zwar zutreffend, dass die Gestaltung der Ehrenmal-Anlage und der Figur ,Der Erwachende’ aus der NS-Zeit herrühre. „Jedoch bildet die Art der Gedenkveranstaltung einen sehr großen Kontrast zur Gestaltung der Anlage, so dass der daraus entstehende Spannungsbogen gerade auch für jüngere Menschen einen interessanten bildungsdidaktischen Aspekt darstellt: Aus dem Ehrenmal wird damit ein Mahnmal gegen das Vergessen.“ Die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus habe schließlich die allermeisten Toten zu verantworten, derer am Volkstrauertag gedacht werde.

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