Viele Fragen um Übergangsheim an Gartenstraße

Das Haus an der Gartenstraße 52 soll Platz für zunächst 88 ausländische Flüchtlinge bieten.

Lüdenscheid - Zwar bewegt sich derzeit noch vieles im Bereich der Spekulation, aber der Umbau des Hauses Gartenstraße 52 zur Unterbringung ausländischer Flüchtlinge wirft Fragen auf.

Frank Kuschmirtz, Leiter der städtischen Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) erklärte im Anschluss an die Ratssitzung, in der mit einer Gegenstimme (NPD) die Erweiterung beschlossen wurde, darauf hin, dass das Gebäude maximal 125 Menschen Platz bieten könne. „Entsprechende Quadratmeter stehen zur Verfügung.“ Allerdings setze man zunächst auf eine 70-prozentige Belegung, was 88 Flüchtlinge bedeutet.

In der Verwaltungsvorlage hatte es geheißen, es würden 88 Plätze geschaffen, die nicht erweiterbar seien. Im Rat war auf dieser Basis diskutiert worden, was Peter Oettinghaus, Vorsitzender der Alternative für Lüdenscheid (AfL), zu der Sorge veranlasste, ob 22,5 Stunden für einen Sozialarbeiter reichten. Michael Thomas-Lienkämper ärgerte sich über den in den LN veröffentlichten Leserbrief von Jörg Fengels, Leiter des Hauses St. Josef an der Gartenstraße 54, der darin kritisiert hatte, dass das benachbarte Haus an der Gartenstraße keinen Platz für 88 Personen biete und hausinterne Konflikte absehbar seien. Das klinge schon jetzt nach Nachbarschaftsproblemen, so Thomas-Lienkämper. „Aber eine soziale Nachbarschaft muss möglich sein.“

Der Beigeordnete und Fachbereichsleiter Bürgerservice/Sozial Hilfen, Thomas Ruschin, hielt dagegen nichts von Spekulationen: „Die Platzreserven sind gut und wir müssen nicht bis zur maximalen Kapazitätsgrenze gehen. Es geht darum, alle gesellschaftlichen Institutionen mitzunehmen und für Akzeptanz und Sensibilisierung zu sorgen. Wir wissen nicht,wer mit welchen Päckchen zu uns kommt. Im Bedarfsfall können wir zeitnah nachjustieren.“

Sowohl Bürgermeister Dieter Dzewas als auch Lothar Hellwig (SPD) betonten, dass es bei der notwendigen Betreuung der Flüchtlinge neben der professionellen Sozialarbeit, die auch Beratung und Vermittlung von Arbeit beinhalte, auch ehrenamtliches Hilfe aus der Bevölkerung gebe.

Vergleiche zwischen kommunaler Unterbringung und Landesaufnahmeeinrichtungen, in denen es die Misshandlungen gab, könnten nicht gezogen werden, weil es auf Landesebene um Registrierung und Aufnahme gehe und die Strukturen auf lokaler Ebene ganz andere seien.

Von Martin Messy

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