Diskussion über Lüdenscheider Immobilienmarkt

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Jens Braeuker (Mitte) moderierte die Talkrunde, in der Wilfried Starosta, Roland Rothmann, Thomas Dregger und Michael Bruchhage (von links) ihre Einschätzungen des Immobilienmarktes kund taten.

LÜDENSCHEID ▪ Ist die Stadt Lüdenscheid so schlecht wie ihr Ruf? Oder darf man nur nicht Äpfel mit Birnen vergleichen? Das waren die Kernfragen, um die sich am Donnerstagabend im Foyer der Schützenhalle die von der CDU initiierte Diskussionsrunde zum Immobilienmarkt drehte.

Schon bald ging es nicht mehr nur um Preise für Immobilien, sondern darum, wie Lüdenscheid als Wohnstandort attraktiver werden kann.

„Immobilienpreise in Lüdenscheid – Top oder Flop?“ war der Abend überschrieben, zu dem rund 70 Zuhörer gekommen waren. Jens Braeuker, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, moderierte die Runde. Neben ihm saßen die Immobilienmakler Michael Bruchhage und Roland Rothmann, die mit ihren konträren Aussagen in den LN auf das Thema aufmerksam gemacht hatten. Dazu gaben Thomas Dregger vom Immobilien-Center der Sparkasse und Wilfried Starosta, Geschäftsführer der Mark Wohnungsgesellschaft und Vorsitzender des Vereins Haus und Grund, Einschätzungen des Marktes ab.

Bruchhage erinnerte an die Boomzeit von Immobilien rund um das Jahr 2000 als die Einwohnerzahl hoch war – und verwies auf Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung, die zwangsläufig zu einem geringeren Bedarf an Wohnraum führen. Gleichzeitig sagte er, dass niemand mit Leiharbeit oder befristeten Verträgen in Immobilien investiere. Starosta als Vermieter merkte an: Randgebiete wie Brüninghausen würden immer unattraktiver, nicht zuletzt, weil die Kosten für Mobilität so hoch seien, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr.

Sowohl Rothmann als auch Dregger widersprachen nicht. Beide führten weitere Aspekte ins Feld, um den Immobilienmarkt zu beschreiben. Dregger nannte die aktuell niedrigen Zinsen als Pluspunkt: „Die selbstbewohnte Immobilie ist immer noch ein großes Pfund bei der Altersversorgung.“ Rothmann betonte, es sei die Aufgabe des Maklers, die Vorstellungen von Verkäufer und Käufer in Einklang zu bringen. Gleichzeitig sieht er Besitzer von Immobilien in der Pflicht, zu investieren. Gebäude in einem ordentlichen Zustand erzielten ihren Preis. Die Nachfrage sei da – nach hochwertigem Wohnraum.

Attraktivität im Wohnstandort Lüdenscheid zu schaffen oder vorhandene Attraktivität bekannter zu machen, müsse das Ziel sein. Bruchhage berichtete von einem Arzt, der wegen der Nähe zum Ruhrgebiet trotz Arbeit in Lüdenscheid lieber nach Iserlohn zog. Rothmann kündigte eine neue Entwicklungsidee für die Oberstadt an – mit Wohngemeinschaften für junge Menschen. Eine weitere Zielgruppe seien Familien. Mit Blick auf die gleichzeitig stattfindende Kick-off-Veranstaltung zum Familienmonat Famo warb Rothmann für diese Initiative. Man solle abwarten, was da alles Gutes herauskomme. Unter anderem vom CDU-Landtagskandidaten Oliver Fröhling war zu hören, dass es in Lüdenscheid und Umgebung eine Menge gebe, von innovativen Arbeitsplätzen bis zu interessanten Freizeitmöglichkeiten – es werde nur zu wenig kommuniziert. ▪ gör

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