Klare Forderungen an Enervie-Gruppe

Lüdenscheid - „Es zeichnet sich eine Lösung im Interesse Lüdenscheids ab.“ Harald Metzger, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtwerke, sieht die nötigen Vereinbarungen mit der Hagener Enervie-Gruppe über die Zusammenlegung der Strom- und Gasnetze „auf der Zielgeraden“.

Am Montagabend war eine vierseitige Vorlage für die Sitzung des Verwaltungsrats (nicht öffentlich) am Dienstag Gegenstand der Diskussion in den Fraktionen.

Zwischen Lüdenscheid und Enervie geht es um die Frage, wie und unter welchen Bedingungen das Lüdenscheider Leitungsnetz an eine große Netzgesellschaft gemeinsam mit dem Hagener Netz übertragen werden kann. Das wird aus Sicht von Enervie nötig, weil die Bundesnetzagentur das bisherige Verfahren nicht mehr anerkennt, nach dem Enervie das Lüdenscheider Netz gepachtet hatte und die Kosten dafür gegenüber der Bundesnetzagentur hatte geltende machen können.

Bei einer Verschmelzung der Netze, wie sie von Enervie ursprünglich angestrebt war, hätte die Stadt Einfluss und den Zugriff auf dieses erhebliche Vermögen verloren, so die Befürchtung auf städtischer Seite. Auch auf die Wasserversorgung, die gar nicht staatlich reguliert ist, hatte Enervie ein Auge geworfen.

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Der Kampf um die Netze

Die Wahrung der Eigenständigkeit der Stadtwerke ist daher oberstes Ziel mindestens aus Sicht der Lüdenscheider Seite. Dass das Wassernetz bei Lüdenscheid bleibt und umfangreiche Mitwirkungsrechte gesichert sind, ist Teil des Forderungskatalogs, außerdem die Rückfalloption der Netze, wenn Enervie den Verkauf der neuen Netzgesellschaft in Erwägung ziehen sollte. Lüdenscheid bestehe zudem auf ein Beschwerdemanagement, das auch in der Stadt angesiedelt sein müsse, stellte Metzger weiter klar.

Alle entsprechenden Vereinbarungen und Entscheidungen erfolgen nun unter Zeitdruck. Vorgesehen für den Beschluss auf Lüdenscheider Seite ist die Ratssitzung am 10. November. Damit, so der Zeitplan, könnte die betriebswirtschaftlich sinnvolle Zusammenführung der Netze rechtzeitig bis Anfang 2015 geschehen, das Jahr, in dem die tatsächlichen Kosten für den Netzbetrieb durch die Regulierungsbehörde ermittelt werden. Dafür braucht es allerdings auch grünes Licht aus Hagen. Klar sei aber auch: Lüdenscheid beharre auf seinen Forderungen und würde andernfalls einem solchen Zusammenschluss nicht zustimmen, so Metzger im Gespräch mit den LN. - flo

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