Schlimme Diagnose für Krankenhäuser

Symbolbild

LÜDENSCHEID - Eine finanzielle Schieflage, Kritik von Ex-Ärzten, Beschwerden über das Arbeitsklima – das Klinikum Lüdenscheid hat in den vergangenen Monaten wenig Negativ-Schlagzeilen ausgelassen.

Dass die Lage in anderen deutschen Kliniken nicht eben als rosiger gilt, ist da wohl kein Trost. Vor diesem Hintergrund hatte der Kreisverband der Linkspartei zur Info-Veranstaltung nebst Diskussion ins Kulturhaus gebeten. Rund 20 Besucher waren am Donnerstag gekommen.

Als Gastrednerin mit von der Partie: Inge Höger aus Nordrhein-Westfalen, die für die Linken im Bundestag sitzt. Carsten Becker hingegen, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates der Berliner Charité-Klinik, hatte krankheitsbedingt abgesagt.

Lesen Sie HIER die jüngste Berichterstattung über das Klinikum Hellersen in Verbindung mit weiteren Artikel-Links.

So nahm Höger allein eine Diagnose zur Situation der deutschen Hospitäler vor. Und die fiel schlimm aus. Högers Worte: „Die Lage der Krankenhäuser hat sich dramatisch verschlechtert. Die Gründe dafür sind extreme Einsparungen und zu geringe Investitionen. Und gerade Nordrhein-Westfalen investiert besonders wenig.“ So wären laut Höger in NRW rund 1,2 Milliarden an Investitionen nötig. „Es fließen aber nur 490 Millionen“, so ihre Kritik.

Ein anderes Übel aus Högers Sicht: die Privatisierung von Krankenhäusern, die aktuell allerdings stocke. Rund ein Drittel der deutschen Kliniken werden inzwischen von Privaten betrieben, oft lukrative Spezial- und Fachkrankenhäuser.

Für Inge Höger keine gute Entwicklung. Denn Privatbetreiber sind naturgemäß auf Gewinn ausgerichtet. Und das bedeutet laut Höger eben oft „den Ausstieg aus Tarifverträgen, Personal- und Lohnabbau sowie die Beschäftigung von Hilfs- statt von Fachpersonal.“

Högers Standpunkt daher: „Wir Linke sind gegen Privatisierungen von Kliniken. Mit Krankheit sollte man keine Gewinne machen.“ Bekanntlich wird immer wieder auch über eine mögliche Privatisierung des Klinikums Lüdenscheid spekuliert. Auch auf die Krankenversicherung kam das Gespräch an diesem Abend noch.

Höger plädierte hier für die „solidarische Bürgerversicherung“, bei der sämtliche Bürger einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einkünfte regelmäßig einzahlen würden.

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