111 Dinge (70): Einen Tag im Familienbad am Nattenberg verbringen

LÜDENSCHEID - Spaß für die ganze Familie – das verspricht das Schwimmbad am Nattenberg. Und hält es ein. Bewaffnet mit Badeanzug beziehungsweise -hose, Handtüchern, Bademänteln, Latschen, Wasserball und Frisbee geht es am Sonntagnachmittag los. Das Schwimmbad ist gut gefüllt.

Von Thomas Krumm

Freie Liegen sind leider keine mehr zu ergattern, aber das schmälert das Vergnügen nicht. Wer will schon auf die Liege, wenn er auch ins herrliche Nass hüpfen kann? Aber zuerst: duschen. Und zwar kalt. Die warme Dusche nach den Umkleidekabinen kann da nicht mithalten. Schwimmbad – das ist auch ein eiskalter Guss wie mit kleinen Eiszapfen, die auf die Haut prasseln. Und dann ist das Wasser im großen Becken auch gleich noch mal so warm. Die ganz Sportlichen ziehen ihre Bahnen – ob im Kraul- oder Bruststil. Ein Mann mit üppigen Tätowierungen lässt die Muskeln richtig spielen, gibt den Michael Groß aus Lüdenscheid und übt den Schmetterling. Nur mit Mühe schafft man es, den Blick von so viel Körpereinsatz loszureißen. Aber die große Wasserrutsche im Nebenbecken ist ein gutes Argument. Schnell die Treppe hoch und mit einem gekonnten Hecht ab in die große, gähnende Plastikröhre.

Familienbad:
Montag 10 bis 21 Uhr, Dienstag bis Freitag 6.30 bis 21 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag 8 bis 20 Uhr,.
Sauna und Sole: Montag bis Freitag 10 bis 21 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 9 bis 20 Uhr.
Variobecken: Mittwoch und Freitag 18 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 10 bis 13 Uhr.
Lehrschwimmbecken: ganzjährig Dienstag 14 bis 16 Uhr, Mittwoch 14 bis 16 und 18 bis 20 Uhr, Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 10 bis 18 Uhr.
Kassenschluss ist jeweils eine Stunde vor Ende der Badezeit.

Die beiden Mädchen sind schnell unten, klatschen unsanft, aber mit lautem Hallo, ins Becken, schütteln ihre nassen Haare wie Hunde ihr Fell und wollen am liebsten sofort wieder die Treppe hoch und erneut in die Rutschbahn. Aber der Vater fehlt noch! Wo bleibt der bloß? Er war doch direkt hinter ihnen. Müsste längst von der Röhre ausgespuckt worden sein. Aber da wo Vaters Füße und Beine auftauchen sollten, plätschert nur ein schwaches Rinnsal aus der Rutsche. Dann schließlich – eine gefühlte Ewigkeit später – taucht der Mann endlich auf. In Zeitlupe rutscht er über das Plastik und plumpst dann wie ein nasser Sack ins Becken. Die beiden Badenixen wollen den Grund seiner Verspätung genau wissen und lassen nicht locker. „Da war zu wenig Wasser“, grummelt Vater. Und die Töchter prusten los: „Du bist steckengeblieben. Mann, du musst abnehmen!“

Trotz dieser Beleidigung sind der Familienfrieden und Spaß nicht getrübt. Also geht es ab ins große Becken. Der Frisbee fliegt tief - aber das stört die Mitbadenden überhaupt nicht. Schließlich hat man ein Exemplar aus Stoff gewählt und keine Hartplastikscheibe. Abgekämpft vom Spiel macht sich dann der Hunger bemerkbar. Die mitgebrachte Schokolade ist in der Treibhausatmosphäre bereits geschmolzen. „Ich will Pommes“, heißt es dann synchron aus zwei Kehlen. Also ab ins kleine Restaurant. Und natürlich schmecken die Pommes großartig. Wie alle Schwimmbadpommes. Das war so, das ist so - und das wird hoffentlich auch immer so bleiben.

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