111 Dinge (81): Eines der alten Dörfer in der Stadt besuchen – Othlinghausen

Der Gasthof Bräcker an der Othlinghauser Straße 25 liegt mitten in Othlinghausen und ist vom Chorverband NRW als „Gasthof für Chöre“ ausgezeichnet worden. Selbstverständlich sind auch Gäste willkommen, die nicht so gut singen können

Wer Othlinghausen besucht, sollte sich ein wenig Zeit nehmen. Groß ist der im Nordwesten der Stadt gelegene Stadtteil Lüdenscheids zwar nicht, aber es lohnt sich, zwischendurch immer wieder einmal innezuhalten, den Blick schweifen zu lassen über die schöne Landschaft drumherum und sich mitten im Ortskern auch einmal gedanklich darauf einzulassen, wie das wohl damals war, als ausschließlich die Landwirtschaft das Leben im Dorf prägte.

Meine Schwiegermutter konnte sich noch gut daran erinnern, als Mädchen vom Dorf Oeneking aus, das auf der anderen Seite der Stadt liegt, ein Schaf zum Bock nach Othlinghausen gebracht zu haben. Einen Hauch davon können Besucher noch heute spüren, wenn Kühe gelassen und genügsam auf den grünen Wiesen weiden und der Blick über bestellte Felder und Streuobstwiesen schweift.

Aber gehen wir einmal vom Buckesfeld aus Richtung Othlinghausen. Gleich zu Beginn, an der Gabelung Othlinghauser Straße/Händelstraße empfängt uns ein schöner Garten mit einer an die große Hauswand gemalten Sonnenuhr. Apropos Händel: In Othlinghausen finden sich viele Straßennamen, die an berühmte Komponisten erinnern. Über die 1950er und 1960er Jahre wuchs Othlinghausen im Süden kontinuierlich - die gewählten Straßennamen machten den Abschnitt im Volksmund zum Musikerviertel. In den 80er und 90er Jahren kam auch östlich vom Dorfkern ein großes Neubaugebiet hinzu.

Im „Zentrum“ fällt der mächtige Gasthof Bräcker ins Auge, beliebter Einkehrpunkt für Wanderer, aber über mehr als 100 Jahre auch Domizil des MVG Othlinghausen, der immer wieder rauschende Feste in Othlinghausen veranstaltete und dem Chor und befreundeten Vereinen ein Domizil für Proben und gesellige Abende war und ist Mittendrin im Dorfkern geht’s rechts in die Straße „Zum Schierey“ und nach einigen hundert Metern noch dörflichem Charakter mit Höfen und Obstwiesen ins gar nicht mal so neue Neubaugebiet, in dem die Bewohner die Nähe zur Natur schätzen und in wenigen Minuten mittendrin sind. Von Eicken aus fällt der Blick in den nahe gelegenen Steinbruch, aber auch weit darüber hinaus zu bewaldeten Höhen, hinter denen sich wieder städtisches Leben verbirgt.

Doch bleiben wir noch ein Weilchen in Othlinghausen, kehren bei Bräcker ein, bummeln danach noch ein wenig durchs Dorf und an dessen Rändern, genießen die Ruhe und Beschaulichkeit, die trotz der Ausdehnung in den vergangenen Jahrzehnten geblieben sind und immer wieder mal einen Besuch lohnen. - Martin Messy

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