111 Dinge (99): Die Stamm- und Kükenschau in der Brügger Vereinshalle besuchen

Einmal im Jahr verwandelt sich die Brügger Vereinshalle nahezu in einen Bauernhof: Liebevoll dekorierte Sträucher und Osterbäumchen, leuchtende Frühlingsblumen, dazwischen gerade geschlüpfte Küken, Hähne, Hennen und niedliche Jungkaninchen.

Bei der Stamm- und Kükenschau des Kleintierzuchtvereins Lüdenscheid-Brügge sowie des Geflügelzuchtvereins Viktoria Lüdenscheid beweisen faszinierte Kinder, wie beliebt Kleintiere zum Anfassen und Streicheln bei Jungen und Mädchen sind. Das Team um Werner Lüsebrink, stellvertretender und Ehrenvorsitzender des Kleintierzuchtvereins, legt sich jedes Mal mächtig ins Zeug, um den Besuchern eine außergewöhnliche Atmosphäre zu bieten - und vor allem den Kindern einen direkten Bezug zur Natur zu vermitteln.

“Vielen Jungen und Mädchen ist nicht mehr bewusst, dass Hühner die Eier legen, die wir essen”, sagt Lüsebrink. “Mit unserer Ausstellung wollen wir dazu beitragen, dies zu ändern.” So verwundert es nicht, dass vor allem die Brutkästen stets besonders umlagert sind. Viele Eltern mit ihren Kindern beobachten fasziniert, wie die Küken mit ihrem Eizahn die harten Schalen aufpicken und sich mühsam den Weg ins Leben bahnen. Natürlich ist es kein Zufall, dass an den beiden Schautagen viele Küken ans Licht der Welt drängen.

“Wir können den Zeitpunkt des Schlüpfens steuern”, erklärt Lüsebrink. Viele Tage lang sammeln die Züchter die Hühnereier, um sie drei Wochen vor der Schau in die Brutmaschinen zu legen. Dort werden sie bei 37,8 Grad Celsius warm gehalten. Bereits am achten Tag können die Züchter entdecken, welche Eier befruchtet sind: Beim Durchleuchten müssen kleine Äderchen erkennbar sein sowie ein dunkler Punkt, der sogenannte Hahnenstich. Fehlen diese Merkmale, sind die Eier nicht befruchtet und werden aussortiert.

Am 21. Tag schlüpfen die Küken - am Wochenende der Schau. Viele Kinder schauen dann nicht nur interessiert zu, sie nehmen gern auch einmal etwas ältere Küken in die Hände. Neben den Brutkästen gibt es aber noch eine Menge mehr zu sehen: Die Vereine präsentieren nämlich auch ihre prämierten Hähne mit leuchtendem Gefieder.

“Zu einem Stamm gehören ein Hahn und zwei Hennen”, erläutert Lüsebrink, der an beiden Schautagen Fragen beantwortet und Kindern hilft, die Tiere auf dem Arm zu halten. Andere Vereinsmitglieder kümmern sich um die Verpflegung (Lüsebrink: “Viele Leute kommen auch zu uns, weil sie den selbst gebackenen Kuchen so gern essen”) und geben ebenfalls kleinen und großen Besuchern jederzeit Auskünfte. Dazu gibt es noch viele junge Kaninchen in kleinen Gehegen, die herausgeholt, angefasst und gestreichelt werden dürfen - mit Hilfe von Mama und Papa oder den Züchtern aus den Vereinen. Vor allem Eltern mit Kindern sollten sich den Besuch dieser besonderen Ausstellung nicht entgehen lassen. - Yasmin Alijah

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