111 Dinge (95): Einen Sonnenaufgang an der Versetalsperre genießen

Leise schwappen kleine Wellen ans Ufer - ein schmatzendes Geräusch, das sich gleichmäßig wiederholt. Die beiden großen Banner des Ruhrverbandes mit der Aufschrift “Wissen. Werte. Wasser” knarzen in dem leichten Wind. Vögel jagen sich übermütig von Baum zu Baum und zwitschern aufgeregt dabei - Sonnenaufgang an der Versetalsperre.

Das Morgengrau geht langsam über in ein zartes Rosa, das kleine Wolken und Kondensstreifen der Flugzeuge hoch oben am blauen Himmel wie ein modernes Kunstwerk wirken lässt. Der “Künstler” wechselt aber schon schnell wieder die Farbe, hat sich für ein kräftiges Gelb entschieden, das sich allmählich hinter den Wipfeln von Aechtenscheid abzeichnet, sich auf dem Wasser widerspiegelt und auch die Baumkronen am Ende der Hokühler Bucht in ein warmes Licht taucht.

Sonnenaufgang an der Versetalsperre an einem Morgen Anfang September, genauer gesagt um 6.58 Uhr: Noch liegt der an vielen Tagen gut belegte Parkplatz an der imposanten Klamer Brücke einsam und verlassen da, während das schöne Bauwerk mit seinen sanften, runden Wölbungen auch immer intensiver von der Sonne in Szene gesetzt wird - ein grandioser Anblick.

Ein leichtes permanentes Rauschen ist von der Autobahn zu hören, und nach und nach schwappt die Geschäftigkeit, die von der Sauerlandlinie nur zu erahnen ist, auch auf die Verseuferstraße über. Manche Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit, andere wiederum nutzen das schöne Wetter und die frühe Morgenstunde, um einen Spaziergang zu machen oder sich auch schon sportlich zu betätigen und eine oder zwei Runden zu joggen.

Die Versetalsperre, kurz “Verse”, ist eine Trinkwassertalsperre und hat nach Angaben des Ruhrverbandes eine Wasserfläche von 170 Hektar, eine Länge von rund 2,5 Kilometer und eine unterschiedliche Breite - teilweise bis 500 Meter. Die Wassertiefe beträgt bis zu 52 Meter. Sie zählt neben Bigge, Sorpe und Möhne zu den großen Stauseen des Sauerlandes und erzeugt pro Jahr circa 1,2 Mio. kWh Strom.

Der Genießer aber reckt, ans Brückengeländer gelehnt, der immer intensiver wärmenden Sonne das Gesicht entgegen, blinzelt manchmal gedankenverloren auf die blendende Wasseroberfläche und freut sich über ein wunderschönes Naturschauspiel. Besser kann ein Tag nicht beginnen und jede Minute, die er dafür früher aufgestanden ist, hat sich gelohnt.

Wiederholungen sind übrigens bei gutem Wetter und auch an kälteren Tagen durchaus angeraten. Immer wieder zaubert die Sonne ein anderes Licht hervor, kommen neue Stimmungen auf, wabern mitunter auch Nebelschwaden über die Wasseroberfläche, die nach und nach verdunsten. Sonnenaufgang an der Versetalsperre - ein Muss für alle Naturliebhaber! Martin Messy

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