111 Dinge (85): Das Wildgehege Mesekendahl besuchen

Nur wenige Minuten von der Autobahnabfahrt Lüdenscheid-Nord entfernt taucht man im Wildgehege Mesekendahl in eine völlig andere Welt ein. Lärm und Hektik bleiben draußen. Es riecht auch anders, würzig nach Wald und - je nachdem, wie der Wind steht - auch schon nach den Tieren.

Die Eintrittskarte gekauft, ein Faltblatt gibt es gratis dazu, damit man auch weiß, wo denn welche Tiere zu finden sind. Gleich am Anfang des Rundweges hört man sie meckern, die Ziegen. Eine davon heißt Flöckchen. Wenn der Betreiber des Wildgeheges, Karl-Friedrich Trimpop, sie ruft, dann antwortet sie prompt und kommt angerannt. Im Schlepptau befinden sich die anderen Ziegen, die hier leben. Denn es könnte ja sein, dass es Futter gibt oder eine Streicheleinheit oder ein „Gespräch“ von Mensch zu Ziege. Schön sehen die Tiere aus, sehr gepflegt und putzmunter sind sie auch.

Gleich am Eingang kann man übrigens Futter für die Tiere kaufen. Und diese sind so wild darauf, dass sie dem Besucher, wenn er nicht aufpasst, das Futter gleich mit der Tüte aus der Hand mausen. So eine Ziegenzunge ist ein wenig klebrig auf der Hand, aber nicht unangenehm.

Weiter geht es zum Schwarz-, Rot- und Damwild. „Die männlichen Tiere sondern sich immer ab, das ist deren Machtgehabe“, sagt Karl-Friedrich Trimpop, der seine Erklärungen gern mit locker-flockigen Kommentaren würzt. „Das ist wie bei den Griechen. Während sich die Mädels um den Nachwuchs kümmern, treffen sich die Männer zu einem Plausch im Café.“ Was die Tiere dann aber wieder eint, ist ihre Vorliebe für Möhren oder Mais. Und diese hat der ehemalige Fallschirmjäger und Chef bei sich. Kaum geht die Tür zum Gehege auf, sind die Tiere auch schon da. Fast vorsichtig nimmt das Wild die Möhren aus der Hand. Weiter geht es beim Spaziergang dann ein wenig bergauf zu den Waschbären, dem Steppenrind und den zwei imposanten Wisenten.

Von den Waschbären ist gerade nicht viel zu sehen. Sie schlafen ganz oben unter dem Dach ihrer Behausung. Vorbei an den lautstarken drei Eseln geht es zu den Frettchen, die fast ruhelos in ihrem Käfig herumtollen, und zu den vielen Wildschweinen mit ihren Jungen. „Was 1965 mit drei Hirschen begann, hat sich zu einem lohnenden Ausflugsziel mit etwa 110 Tieren verschiedener Arten entwickelt“, erklärt der Inhaber des Wildgeheges. „Und diese leben hier stressfrei, haben eine Menge Platz.“ Auf 50 000 Quadratmetern können sie sich nämlich frei bewegen.

Der Rundwanderweg lässt sich gut laufen. „Wenn man schnell ist, schafft man den in einer halben Stunde“, weiß Trimpop. Wer mag, kann hier auch Feiern veranstalten, Kinder bei Geburtstagen auf Schatzsuche gehen lassen. Monika-Marie Finke

INFO:

Wildgehege Mesekendahl, Mesekendahl 1, 58579 Schalksmühle; Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags ganztägig. Mehr Informationen unter www.wildgehege-mesekendahl.de; Tel. 02351-570576 oder 52091.

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