111 Dinge (79): Den Waldlehrpfad an der Versetalsperre besuchen

Zu jeder Zeit ist es ein Genuss, einen Spaziergang über den Waldlehrpfad an der Versetalsperre zu machen.

Geübte Wanderer können den Rundweg in einer guten halben Stunde schaffen. Aber ist solch ein rasantes Tempo wirklich gewünscht? Nein!

Denn der rund 1200 Meter lange Waldlehrpfad an der Versetalsperre soll Spaß machen und den Blick für das Biotop Wald öffnen. Und das kann manchmal nur dann glücken, wenn man sich Zeit lässt und Muße walten lässt.

Und wer denkt, dass die bunten Lehrtafeln, die Holzstämme und Guckkästen, die den Waldlehrpfad an den einzelnen Stationen bilden, nur etwas für Kinder sind, der irrt sich gewaltig. Jeder kann hier etwas Neues und Spannendes lernen. Denn wer kennt sie schon alle, die heimischen Baum- und Tierarten? Aber wer die Rinden der Baumstämme abtastet und genau betrachtet, der erinnert sich am Ende des Tages wahrscheinlich leichter, wie Eiche, Buche und Fichte aussehen.

Ein Spaziergang am Nebenbecken der Versetalsperre ist immer wieder ein Vergnügen. Der Wechsel der Jahreszeiten wird hier plötzlich mit allen Sinnen erfahrbar. Den Farbwechsel des Laubes einmal im Jahreslauf zu beobachten, das macht Spaß.

Die Talsperre staut den Fluss Verse, der bei Meinerzhagen seine Quelle hat und bei Werdohl in die Lenne mündet. Neben der Bigge, Möhne und Sorpe gehört die Verse zu den größten Stauseen des Sauerlandes. Ihr Bau dauerte 23 Jahre, er begann 1929 und endete erst 1952. Eigentümer der Versetalsperre ist der Ruhrverband, Das Wasserkraftwerk an der Verse erzeugt pro Jahr rund 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom und deckt so den Bedarf von circa 350 Haushalten.

Der Lebensraum Wald – das ist hier an der Verse nichts Abstraktes, sondern etwas ganz Reales, Greifbares. Schade nur, dass sich an normalen Tagen doch eher wenige Wanderer an der Talsperre im Südosten Lüdenscheids finden lassen. Dabei ist die Verse doch als Naherholungsgebiet gedacht. Und einen Blick auf das Wasser zu werfen, das irgendwann auch aus dem heimischen Wasserhahn rauschen könnte, allein das ist einen Besuch wert. Mit einem Fassungsvermögen von mehr als 32 Millionen Kubikmetern Stauninhalt ist die Verse die größte Talsperre im Märkischen Kreis. Und weil sie als Trinkwasserreservoir für die Bergstadt angelegt wurde, dürfen sich Wasserfreunde auf ihr nicht tummeln. Da bleibt nur das Ufer und Ausblicke auf das blaue Nass.

Jogger, Inline-Skater und passionierte Wanderer dürfen die Verse jedoch für ihre Zwecke nutzen und wissen sie und ihre asphaltierten Uferwege zu schätzen – und die sportbegeisterten Besucher kommen manchmal auch aus dem Ruhrgebiet, wie ein Blick auf die Kennzeichen der Autos, die auf den Parkplätzen an der imposanten Staumauer abgestellt sind, zeigt.

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