111 Dinge (76): Mit 50 Euro Budget auf der Knapper Straße einen Einkaufsbummel machen

Auch mit blumigen Entspannungsmomenten kann die „Straße der Nationen“ aufwarten.

Ein freier Tag mit Zeit und Lust auf eine Shoppingtour. Im Geldbeutel tummeln sich neben ein paar Scheinchen noch einige Münzen; das dürften zusammengezählt ungefähr 50 Euro sein. Eine Menge an guten Gründen also, um einer der belebtesten Straßen Lüdenscheids einen Besuch abzustatten.

Die Meinungen über die Knapper Straße sind geteilt. Man mag sie, oder eben nicht. Auf jeden Fall ist an ihr eine Vielzahl von verschiedenen Baustilen zu sehen. Da lohnt es sich schon, den Kopf öfter einmal nach oben zu heben, um die herrlichen alten Fassaden zu beschauen. Aber nicht nur die sind sehenswert. Es sind die Menschen, die diese Straße prägen. Es sind die vielen Geschäfte, Restaurants und Schnellimbisse.

Und schon sind wir wieder beim Thema Shoppen. Wie weit kommt Mann oder Frau denn mit den besagten 50 Euro in dieser Straße? Einige der Euros gehen erst einmal für das Parken drauf, wenn man denn das Glück hat, bei der Vielzahl der Autos dort einen Platz zu ergattern. Besser ist es, man geht zu Fuß dorthin.

Das Männerherz könnte Sprünge machen beim großen Angebot in den Elektronik-Shops. Einen Monitor gibt es da schon ab 30 Euro; Spiele ab fünf Euro und die dazu notwendige Spiele-Konsole ab 40 Euro. Die Damenwelt zieht es eher zu den Geschäften, in denen es das gibt, was das Frauenherz begehrt – Kleidung nämlich. Die findet man es in den verschiedenen Shops für ganz wenig und für ein wenig mehr oder sehr viel Geld. Frau kann da Shirts ab 3, 99 Euro erstehen, aber auch diejenigen, deren Preise erst bei 29 Euro beginnen. Bei den Markenhosen reicht das, was sich da im Geldbeutel befindet, nicht ganz aus. Da müsste man drauflegen. Dafür gibt es im benachbarten Geschäft ein Dirndloberteil für ganze 12,99 Euro. Gut, es ist reduziert; sieht aber toll aus und man muss dafür auch wirklich kein Oktoberfest-Fan sein.

Blieben noch knapp 37 Euro übrig für Weiteres von der Knapperstraße. Raus aus dem einen Geschäft stolpert man über ein Schild an der Tür. „Finanzberater“ steht darauf. Kühl überlegt: Die 50 Euro doch lieber anlegen? Schnelle Antwort: Nein! Ergo weitershoppen. Und schon fällt der Blick auf eine namhafte Drogeriekette. Der Lockenstab für die lockende Welle ist dort ab 9 Euro zu haben, der Fön dazu ab 5,50 Euro. Oder die Glitzerohrringe für 15 Euro, den Ring dazu für 20 und Düfte ohne Ende. Da reicht das Geld locker für zwei davon. Oder doch lieber eine Yoga-CD ab 3,99 Euro?

Spielzeug gibt es im nächsten Geschäft für wenig Geld. Oder doch den Wickelrock in freundlichen Farben? Der Friseur gleich nebenan lockt mit 14,50 Euro für einen Haarschnitt. Die Augenbrauen kann man sich für schlappe 5 Euro färben lassen. Und so gestylt könnte es ab zum Blumengeschäft gehen. 4,90 Euro für eine schöne Rose im Glas zahlt man dort; für die edle Orchidee im stilvollem Übertopf 30 Euro. Da könnte man doch glatt noch einen Strauß für die Freundin mitnehmen. Für einen Kaffee, ein Eis oder einen Döner reicht das Geld dann immer noch.

Es ist leicht, an der Knapper Straße Geld auszugeben. Schwierig aber, sich zu entscheiden, wofür. Ein Erlebnis ist diese Straße, die einen ganz eigenen Charme hat, jedoch auf jeden Fall. Und der Charme liegt nicht nur an den Geschäften und Häuserfassaden, sondern in erster Linie an den Menschen, die man dort trifft. Deutsch, Englisch, Türkisch, Kroatisch, Georgisch, Italienisch, Griechisch, Albanisch oder kehliges Arabisch vermitteln das Gefühl von Weltoffenheit. Die Knapper Straße ist eben ein Erlebnis für den Geldbeutel und für die Augen.

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