111 Dinge (63): Ein Konzert im Saal der Gaststätte Dahlmann besuchen

Eintrittskarten für ein Konzert im Dahlmann-Saal besorgt man sich besser im Vorfeld. Die Abendkasse wird bei manchen Acts zum Glücksspiel. Denn bei 220 Personen – ohne Bestuhlung – ist definitiv Schluss.

Und wenn Coverbands wie Abba Review, Supreme und Achtung Baby oder Lokalmatadoren wie Two Much, Catfish Boobie & the Beanery Criminals oder Marty Kessler die Bühne betreten, kocht der Saal in aller Regel. Auf den letzten Drücker sollte man auch nicht kommen, wenn man sich einen Platz mit guter Sicht auf die Bühne und nicht so großem Gedränge sichern möchte. An den Seiten oder ganz vorne hat man dabei meistens einigermaßen Glück – höchstens das Personal stört mit den begehrten Getränken.

Wer als letzter kommt und sich nicht souverän in die erste Reihe durchschieben möchte, muss sich hinten einreihen. Je nach Körpergröße schränkt das zunächst mal die Sicht auf die Bühne ein – aber das ist nicht unbedingt schlimm. Schließlich geht es im Dahlmann-Saal immer auch um das Konzerterlebnis als Ganzes: Das ist Musik, das ist Party, das ist Stimmung, und das ist das Treffen von Freunden und Bekannten.

Die Gaststätte Dahlmann mit ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte ist eine feste Institution in Lüdenscheid. Wirtin „Nanni“ Lange hält dort seit mehr als 30 Jahren das Zepter in der Hand. Aber erst in der jüngeren Zeit ist der Saal, der an das Gasthaus an der Grabenstraße angeschlossen ist, eine feste Größe in Sachen Live-Musik in der Bergstadt geworden. Verantwortlich zeichnet dafür als Organisator in erster Linie der Lebenspartner von Nanni Lange, Jürgen Wigginghaus. Inzwischen gibt es ein regelrechtes Netzwerk von Lüdenscheider Gaststätten, die gerade im Bereich von Konzerten mehrmals im Jahr gemeinsam agieren.

In der Nähe des Eingangs bedeutet das aber auch, immer wieder mal von all jenen zur Seite geschoben zu werden, die zur Theke, zur Zigarettenpause in den Schankraum oder zur Toilette wollen. Aber den echten Musik- und Party-Fans macht das nichts aus. Wer tanzen und der Musik lauschen möchte, ist bei Dahlmann genauso richtig, wie diejenigen, die einfach feiern möchten. Den Musikstil der jeweiligen Band sollte man aber schon nach dem eigenen Geschmack aussuchen. Im Lauf des Jahres gibt es im Saal für so ziemlich jeden das Richtige: von Rock über Pop bis Schlager und das alles aus mehreren Jahrzehnten der Musikgeschichte.

Die Bands covern entweder eine bestimmte Band oder einen Musiker – wie U2, Robbie Williams oder Genesis, oder sie haben sich einer bestimmten Richtung verschrieben – meist geht es dabei in die Rock- und Pop-Geschichte. Aber eins ist immer gleich: Die Getränke schmecken, die Stimmung steigt im Laufe des Abends immer höher – ob das an der Musik, am Alkohol oder an beidem liegt, bleibt jedem selbst überlassen. Und wer gegen Mitternacht noch nicht genug hat, der feiert nach dem Konzert vorne in der Gaststätte weiter, bis weit in den Morgen. Bettina Görlitzer

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