111 Dinge (48): Beim AOK-Firmenlauf mit mehr als 5000 Gleichgesinnten mitmachen

Ein farbenfrohes und imposantes Bild: Zum Großteil verkleidet und mit Luftballons ausgestattet begeben sich die Teilnehmer des Lüdenscheider Firmenlaufs in den Startbereich.

Ob groß oder klein, alt oder jung, dünn oder dick – einmal im Jahr steht die Lüdenscheider Innenstadt im Zeichen einer imposanten Läuferbewegung. Nahezu 6000 Menschen sind dann aktiv auf den Beinen, weitere Zigtausend am Rande einer knapp sechs Kilometer langen Strecke schauen ihnen bei diesem Treiben zu.

Zum bereits zehnten Mal richtet die AOK in Zusammenarbeit mit den Turbo-Schnecken Lüdenscheid in diesem Jahr den Firmenlauf aus, bei dem es traditionell keine Zeitmessung gibt. Los geht es am Freitag, 29. Juni, ab 19.30 Uhr mit Start und Ziel auf dem Sternplatz. Läufer, Walker und Nordic-Walker müssen dann eine knapp sechs Kilometer lange Strecke absolvieren. Wie in den Vorjahren werden rund 6000 Teilnehmer erwartet, auf die zudem ein attraktives Rahmenprogramm mit einigen Wettbewerben wartet. Weitere Informationen gibt es unter www.lauf-im-kreis.de

Es ist die Zeit des Firmenlaufs, bei dem es um alles geht, nur nicht um sportliche Rekorde. Für viele ist der aktive Part, der seit Jahr und Tag unter dem Motto „Laufen fürs Betriebsklima“ steht, gar nur lästiges Beiwerk. Ein Bierchen plus Bratwurst, vielleicht noch ein Zigarettchen vor dem Start lassen da schon Gedanken aufkommen, direkt auf dem Rathausplatz zu verweilen und Läufer Läufer sein zu lassen. Wie gut, dass es da aber noch die vernünftige Kollegen gibt, die einen bei der Ehre packen.

Also gut, etwas widerwillig wird die Partymeile verlassen und der Weg zum Startbereich gesucht. Ist doch auch besser so, schließlich haben wir eine umfangreiche Vorbereitung hinter uns, sind in den vergangenen drei Monaten viermal gelaufen und das soll ja schließlich nicht alles für die Katz gewesen sein. Irgendwo in weiter Ferne ertönt dann urplötzlich ein Startschuss und ein nicht enden wollender Lindwurm setzt sich in Bewegung. Doch was heißt schon Bewegung: Angesichts der Massen gehen wir gefühlte zwei Kilometer, ehe erstmals ein leichter Trab angesagt ist. Der Schock folgt auf der Heedfelder Straße: Gerade richtig warm geworden, kommen uns die Ersten schon wieder entgegen. Wo die wohl abgekürzt haben? –Egal, weiter geht’s.

Und langsam, aber sicher packt einen auch selbst das Fieber. Schaute man gerade noch voller Neid auf die Zuschauer, hätte dem ein oder anderen am liebsten das Bierchen aus der Hand gerissen, so erwacht der Ehrgeiz. Und tatsächlich stellt sich ein Erfolgserlebnis ein, denn nachdem man geschätzte viertausend Mal überholt worden ist, sind auch wir jetzt an der Reihe, jagen in einem Höllentempo an einem Vater mit Kind auf den Schultern vorbei. Adrenalin pur schießt durch den Körper, so müssen sich Sieger fühlen. Erst recht, als im Ziel noch feierlich eine Medaille überreicht wird. Jetzt kann ohne schlechtes Gewissen abgefeiert werden. Hurra, auf ein Neues im nächsten Jahr.

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