111 Dinge (44): Den Bücherflohmarkt in der Stadtbücherei besuchen

Kaum ist der Aktionsraum für den Bücherflohmarkt in der Stadtbücherei geöffnet, tummeln sich die Literaturliebhaber an Tischen und Regalen und durchforsten sachkundig den Bestand. Heute findet die Veranstaltung von 10 bis 13 Uhr statt.

Schon kurz bevor der Aktionsraum der Stadtbücherei seine Pforten öffnet, sitzen und stehen sie auf der Treppe oder vor dem Eingang – große und kleine Schnäppchenjäger.

Mehrmals im Jahr werden aus dem Bestand der Stadtbücherei ausgesonderte Medien preiswert angeboten. Die Termine sind dem Veranstaltungskalender der Stadt unter www.luedenscheid.de und den Ankündigungen in den Lüdenscheider Nachrichten zu entnehmen. In der Regel öffnet der Flohmarkt an einem Freitag von 15 bis 18.30 Uhr und den Samstag darauf von 10 bis 13 Uhr, was heute der Fall ist. Neben Büchern, darunter sind übrigens nicht etwa nur ältere Exemplare, sondern können auch solche sein, die erst vor kurzer Zeit auf den Markt gekommen sind, gibt es auch einige CDs, DVDs und Spiele.

Bücher zu Kilopreisen haben im Vorfeld Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ehrenamtbörse unter Regie der Profis aus der Stadtbücherei, nach Sachgebieten sortiert, ausgelegt. Die Jagd kann beginnen, und die Profis unter den Flohmarktbesuchern sind schnell ausgemacht. Sie schnappen sich einen kleinen Einkaufskorb und schon nach kurzer Zeit sind sie nicht mehr ansprechbar, versinken, den Kopf über die Bücher gebeugt, in Klappentexten, blättern das ein oder andere Exemplar kurz durch und schieben sich nach und nach zum nächsten Tisch oder zu den Regalen. Krimis, Biografien, Sachbücher zu unterschiedlichen Gebieten, Romane, Kinderbücher – das Spektrum ist breit und abwechslungsreich. Die Welt der Literatur ist groß und weit.

Schon seit gut 20 Jahren gibt es den Bücherflohmarkt. Die Beschäftigten der Stadtbücherei durchforsten immer wieder den Medienbestand und sortieren veraltete oder etwas vermackte und verschmutzte Exemplare aus und bieten sie auf dem Flohmarkt an. Wer viel liest, weiß, wie schnell schon einmal, vertieft in die Lektüre, unbeabsichtigt ein Kaffeefleck auf eine Seite gerät oder ein kleiner Schokoladensplitter zwischen die Seiten fällt. Das schmälert nicht die Inhalte, aber den Preis. Laut Flohmarkt-Preisliste kosten Bücher bis zu einem Gewicht von 500 Gramm einen Euro, pro weiteres halbes Kilo kommt ein Euro hinzu. Die Liebhaber dicker Wälzer und dazu möglichst noch als Hardcover müssen also tiefer in die Tasche greifen als Taschenbuch-Fans. Auf einer schönen, alten Waage mit einer Höchstlast von 30 Kilogramm können die Schnäpchenjäger ihre Bücher stapeln und das Gewicht ablesen. Je mehr sie mitnehmen, desto preiswerter wird’s. Da ist natürlich die Verlockung gewaltig, so richtig zuzulangen, auch wenn sich daheim die Bücherregale schon biegen und der Platz kaum noch reicht, um die Exemplare unterzubringen. Doch den echten Literaturliebhaber stört das herzlich wenig. Nicht wenige gehen, nachdem sie bei den freundlichen Mitstreitern der Ehrenamtbörse, die manchmal ein wenig schmunzelnd „viel Spaß beim Lesen“ wünschen, bezahlt haben, schwer bepackt mit kostbaren Schnäppchen nach Hause. Wie wusste doch der Philosoph Michel Eyquem de Montaigne bereits im 16. Jahrhundert: „Der Besitz von Büchern macht mich satt und glücklich. Es können Tage, ja Monate vergehen, ohne dass ich in sie hineinsehe, doch fühle ich mich unsäglich beruhigt und geborgen, in dem Gedanken, dass sie bei mir sind, um mich zu erfreuen, wenn ich sie brauche.“

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