111 Dinge (39): Im Riesenrad „Liberty Wheel“ über der Hohen Steinert schweben

In der Dunkelheit bietet das Riesenrade einen spektakulären Anblick.

New York hat seine Freiheitsstatue, Lüdenscheid sein „Liberty Wheel“, ein 38 Meter hohes Riesenrad, das einmal im Jahr für eine Woche auf dem Schützenplatz Hohe Steinert steht.

Das Riesenrad „Liberty Wheel“ ist 38 Meter hoch, steht auf einer Grundfläche von 22 mal 18 Metern und hat etwa 18000 Brennstellen, also Lampen. Mit seinen 26 Gondeln wiegt es 125 Tonnen. Das Bürgerschützenfest und damit auch die Kirmes beginnt in diesem Jahr am Freitag, 11. Mai, um 15 Uhr. Es endet am Sonntag, 20. Mai, um 22.45 Uhr mit dem traditionellen Feuerwerk.

Dem Bürger-Schützen-Verein (BSV) verdanken die Bergstädter und zahlreiche Besucher von auswärts die „größte Kirmes des Sauerlandes“ und das Gastspiel des Riesenrades der Familie Gormanns aus Düren. Alle, denen die wilden Fahrgeschäfte der Kirmes respektvolle Gedanken an ihren Magen eingeben, finden hier die Ruhe und das kleine, schöne Abenteuer, das sie weit über die Niederungen der Wipfel des Sauerlandes erhebt. Wer einen spektakulären Blick auf Lüdenscheids Zentrum erwartet, wird möglicherweise enttäuscht. Natürlich taucht beim Blick in Richtung Innenstadt die Christuskirche auf, und das Zentrum ist zu ahnen. Gut im Blick sind hingegen die Gebäude der Berufsschulen am Raithelplatz und der „Tower of Temperature“, ein Überbleibsel der Lüdenscheider Lichtrouten, der dem gewieften Deuter der verschiedenfarbigen Punkte die Temperatur anzeigt. Auf der anderen Seite taucht aus der grünen Hölle der Fichtenplantagen die Firma Insta auf, als stünde sie ganz allein im Wald. Doch der interessanteste Blick geht nach unten auf die anderen Fahrgeschäfte der Kirmes, die Buden, Futterkrippen und Geisterbahnen. Vor allem im Dunkeln bietet die beleuchtete Kirmes einen sehr sehenswerten Anblick.

Mag die Reise auf 38 Meter auch nicht so strapaziös sein wie andere Fahrgeschäfte, so ist es doch ein besonderes Erlebnis, in 38 Metern Höhe zu hängen, während das Rad unten mal wieder neue Passagiere aufnimmt. Auch die niedrige Bordwand sorgt dafür, dass der Reisende mit einem gewissen Respekt in die Tiefe schaut. Doch irgendwann heißt es auch nach diesem relativ ausgedehnten Vergnügen „Aussteigen!“. Doch das ist zu verschmerzen, denn es wartet ja noch eine riesige Kirmeswelt auf den Abenteurer. Nur vor einem „Vergnügen“ sollte er großen Respekt haben: Im Jahr 2010 verunglückte der „Commander“ bei seinen wilden Schlingerbewegungen, im Frühjahr 2012 gab es in Bremen einen erneuten Unfall bei diesem Fahrgeschäft. So ist es unwahrscheinlich, dass der „Commander“ noch einmal zu dem beliebten Volksfest auf der Hohen Steinert zurückkehren wird.

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