111 Dinge (38): Den Homertturm besteigen und ins Märkische Sauerland schauen

Eine fantastische Aussicht belohnt für den kurzen Aufstieg.

Die 93 Stufen gehen in die Beine. Konzentration ist gefragt. Eng schmiegt sich die Treppe an die Wand des tonnenförmigen, nach oben schmaler werdenden Homerturms, der auf einem achteckigen Fundament gebaut ist.

Der Aussichtsturm wurde 1894 vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) errichtet und 1960 erneuert. Er liegt 540 Meter über dem Meeresspiegel und wurde Ende September 2005 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen. Eigentümer ist nach wie vor der SGV. Wegen Vandalismus ist er in der Regel nur an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Turmbesteigung kostet für Erwachsene 50 Cent, für Kinder 20. Wenn die Homerthütte des SGV direkt daneben nicht geöffnet ist, bittet der SGV darum, den Betrag in den „Tresor“ im Bereich des Eingangs zu werfen.

Rechts bietet das Eisengeländer Halt und die nötige Sicherheit. Beim Blick von oben in die Tiefe wirkt es wie ein Kunstwerk. Die Tür hinaus auf die Aussichtsplattform lässt sich nur schwer öffnen. Der Wind pfeift gerade kräftig dagegen. Immerhin steht der Besucher jetzt gute 560 Meter über dem Meeresspiegel. Der Rundblick über das Märkische Sauerland könnte weit bis ins Bergische Land gehen oder auch direkt auf die nahe gelegene Versetalsperre, doch die Aussichten sind begrenzt. Eigentlich diente der Turm ausschließlich dem Zweck des „Seh-Vergnügens“, wie es in der Denkmal-Beschreibung der Stadt heißt. Fichten sind in all den Jahren – glücklicherweise – gut gewachsen und begrenzen die Aussichten. Aber der Blick ins Ebbegebirge im Süden ist möglich, auch ein Teil der Sauerlandlinie ist zu sehen. Was alles zu betrachten wäre, ragte der 22 Meter hohe Turm völlig frei und unberührt von der Natur in den Himmel, ist auf den schon zum Teil vermoosten und verwitterten Platten zu lesen, die am Geländer in allen vier Himmelsrichtungen angebracht sind. Immerhin bieten sie Orientierung und dies war laut Begründung für die Eintragung in die Denkmalliste auch eine der Ursachen für die Errichtung: Die Menschen bauten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Aussichtstürme, „um ihre eigene Umgebung zu erschließen und bewundern zu können. Wanderungen in der Umgebung wurden Bestandteil der Freizeit, die im Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung entstand.“

Zurück in die Gegenwart: Der Reiz der Aussicht ist durch die Begrenzung zwar ein wenig verflogen, doch Aufstieg und Abstieg im Turm gehören einfach dazu, wenn Besucher die Homert im Naturpark Ebbegebirge erkunden. Rund um den Turm laden Bänke zum Verweilen ein und – wenn die Homerthütte geöffnet ist – können sie sich auch mit Kaffee und Kuchen oder Kaltgetränken stärken, bevor sie sich auf wunderschöne kurze oder auch längere Wanderungen begeben können. An dieser Stelle sollen nur einige erwähnt werden: So bietet sich eine Tour ins benachbarte Naturschutzgebiet Stilleking an, wo mit Glück auch einige Heckrinder zu bestaunen sind. Die Versetalsperre ist ebenso reizvoll wie die vergleichsweise kleine Jubachtalsperre, aber, wer mag kann auch stundenlang durch die Wälder rund um dem Homertturm streifen. Die Natur bietet nicht nur aus der Vogelperspektive herrliche Aussichten.

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