111 Dinge (31): Seine Geschicklichkeit in der Skaterhalle unter Beweis stellen

Von der Halfpipe in der Jahnhalle, auf der auch schon drei Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, geht es ganz schön steil in die Tiefe hinab. Ein guter Skateboarder braucht also auch jede Menge Mut.

„Oh, mein Gott, ist das hoch!“ Der Blick von der oberen Kante der Halfpipe in die Tiefe flößt mir doch einiges an Respekt ein. In der Jahnhalle sind neben der – in meinen Augen – riesigen Halfpipes noch allerlei Rampen in verschiedenen Höhen und viele Gelegenheiten zum sogenannten Grinden vorhanden.

Damit bezeichnet man Kanten, an denen man mit dem Skateboard oder den Inline skates entlang rutschen kann.

Ich selbst stand ungefähr vor 15 Jahren das letzte Mal auf einem Board und so viel sei verraten: Schon damals konnte ich es nicht. Bei Sven und Jan, die heute mit ihrem Skateboard und ihren Inline-Skates in der Halle unterwegs sind, sieht das anders aus: Lässig fahren sie die Rampen rauf und runter und zeigen gewagte Sprünge. Bereits seit 1996 haben Skater und Biker in der Jahnhalle die Gelegenheit ihr Können zu verfeinern oder überhaupt erst einmal Grundsätzliches im jeweiligen Sport zu lernen. 4000 junge Menschen aus Lüdenscheid und Umgebung setzten sich damals mit ihren Unterschriften für eine so vielseitig nutzbare Halle ein. Marco Köhler, Besitzer des Schubidu, war damals an der Aktion beteiligt. Die Stadt sei „sehr bemüht“ gewesen, die Wünsche der Jugendlichen zu erfüllen. Nachdem zunächst zwei Hallen zur Auswahl standen, fiel die Wahl schließlich auf die Jahnhalle.

Die Jahnhalle kann mit Inline skates, BMX-Rädern oder Skatboards genutzt werden und hat dienstags bis freitags von 15 bis 20 Uhr, sowie samstags von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Wer kein Mitglied im Skateclub Sauerland ist, zahlt drei Euro Eintritt. Der Jahresbeitrag für Mitglieder beträgt 78 Euro (für unter 18-Jährige, beziehungsweise 108 Euro. Die Skatehalle findet sich an der Jahnstraße 14.

Und da stehe ich nun auf meinem beziehungsweise dem geliehenen Skateboard. Was bei den Jungs, die in der Stadt an einem vorbei düsen und waghalsige Tricks vollführen so lässig aussieht, ist alles andere als einfach. Es geht darum, das Gleichgewicht gekonnt zu verlagern und ein gewissen Gefühl für das Brett unter den Füßen zu bekommen. Aber dass das alles auch viel mit Einsatz und Können zu tun hat, bestätigt auch Marco Köhler: „Skater sind bessere Menschen, weil sie so ehrgeizig sind. Sie müssen 1000 Mal wieder aufstehen, weil sie 1000 Mal hingefallen sind.“

Die Skatehalle finanziert sich hauptsächlich durch Zuschüsse der Stadt. Außerdem gibt es den Skateclub Sauerland, dessen Mitglieder einen Beitrag zahlen, um die Halle nutzen zu dürfen. Nichtmitglieder zahlen drei Euro um ihre Runden zu drehen. Mittlerweile sind die Betreiber der Jahnhalle zudem als freier Träger in der Jugendarbeit engagiert.

Der Bürgerentscheid gegen den Mehrgenerationenspielplatz 2010 war allerdings auch für die Betreiber der Jahnhalle ein Rückschlag. Sie hatten geplant, im Zuge des Baus die Halle an die Kanalisation anzuschließen. Außerdem waren ein Anbau und ein großer Außenpark angedacht. „Jetzt stagniert die Entwicklung“, meint auch Köhler bedauernd.

Die Zukunft der Skatehalle ist ohnehin ungewiss. Ende des Jahres läuft der Vertrag mit der Stadt aus. Im Hinblick auf die finanzielle Lage und die Kürzungen gerade auch im Bereich der Jugendarbeit ist unklar, wie es weiter geht für die Anlaufstelle für Biker und Skater. Andrea Mackenbruck

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