111 Dinge (2): Geocaching – die moderne Form der Schnitzeljagd

Mit dem GPS-Gerät und der Routenbeschreibung geht’s auf Schatzsuche – zum Beispiel an der Versetalsperre.

LÜDENSCHEID - Die Begriffe sind verwirrend. Multi, Bonus, Traditional, Mystery. Was hinter diesen Kürzeln steckt, ist Geocaching, eine Art Schnitzeljagd und in jedem Fall ein großer Freizeitspaß. Dabei ist das System eigentlich ganz einfach.

Von Corinna Bunte

Übers Internet bekommt der Schatzsucher per Eingabe seiner Postleitzahl sämtliche Verstecke in der Gegend aufgelistet. Als „Teststrecke“ für Einsteiger eignet sich beispielsweise die Route an der Hokühler Bucht (Versetalsperre), auf der sechs feste und zwei Bonus-Verstecke verzeichnet sind.

Vom Wanderparkplatz an der Klamer Brücke aus geht es – mit dem GPS-Empfänger und dem Routen-Ausdruck in der Hand – auf den Rundweg, der eigentlich sehr vertraut ist, mit dem Blick des Suchenden aber voller Überraschungen steckt. Die genannten Koordinaten führen in die erste scharfe Linkskurve, in der Geübte gleich mit dem ersten Blick entlang am Wegesrand das Versteck ausmachen: Hinter einer Baumwurzel liegt eine kleine schwarze Filmdose. In ihr: ein daumengroßes Büchlein, in das sich an diesem Tag schon vier Finder eingetragen haben. Logbuch rein, Dose zu und zurück damit hinter die Wurzel. Aber bitte so, dass es keiner bemerkt. Denn: Geocaching setzt auf Geheimniskrämerei. Außenstehende, sogenannte Muggel, dürfen vom immer währenden Finden und Verstecken möglichst nichts mitbekommen, damit niemand aus Neugier oder Schadenfreude zum Spielverderber wird. So mancher Muggel dürfte sich aber bereits gewundert haben, warum erwachsene Menschen beispielsweise eine Bank in der Altstadt Zentimeter für Zentimeter untersuchen, bis sie etwas finden.

Nicht immer stellt sich der Erfolg aber gleich ein. So gibt es auch Rätsel-Caches, in der erst die Zahlen der Lösung, beispielsweise die Antwort auf die Frage „Wie groß ist der Speicherraum der Versetalsperre?“, die Koordinaten des nächsten Verstecks liefern. Wer die Lösung nicht kennt, muss aufgeben – oder andere Suchende treffen, die per Smartphone im Internet die Antwort recherchieren.

Mit der GPS-Schatzsuche lassen sich auch Natur- und Bewegungsmuffel zu einem Spaziergang motivieren. Kein Wunder also, dass die Deutsche Wanderjugend das Ganze offiziell unterstützt.

Stichwort Geocaching:

Geocaching ist eine moderne Form der Schnitzeljagd, die mit einem GPS-Empfänger, aber auch mit detailliertem Kartenmaterial funktioniert. Diejenigen, die einen „Schatz“ verstecken (sogenannte Owner), geben die Koordinaten und kleine Orientierungshilfen der Verstecke (Caches) auf der zugehörigen Internetseite (www.geocaching.com) bekannt. Bei dem „Schatz“ handelt es sich zumeist um eine wasserdichte Box, in der sich ein Logbuch und/oder ein Tauschgegenstand befindet. Jeder Besucher trägt sich unter einem registrierten Pseudonym in das Büchlein ein, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der „Schatz“ wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Der Fund wird im Internet vermerkt. Rund 1,4 Millionen aktive Caches gibt es weltweit (stand Juni 2011), in Deutschland sind es rund 200 000. Und wer Lüdenscheid als Suchort eingibt, bekommt immerhin mehr als 6300 Verstecke aufgelistet.

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