111 Dinge (17): Samstags die Bürgermeistersprechstunde im Rathaus besuchen

Bernd Kaiser, Anwohner im Ortsteil Wettringhof, besuchte die Bürgermeistersprechstunde, um sich über den aktuellen Stand im Verfahren um die Stromtrassen in Wettringhof zu erkundigen.

LÜDENSCHEID - Nicht nur seine Familie kann mit Bürgermeister Dieter Dzewas ab und zu ganz allein sein. Für alle Bürger hat der Chef der Stadtverwaltung nämlich eine Sprechstunde eingerichtet, in der er sich deren Fragen und Sorgen widmet.

Von Christina Grégoire

„Das Spektrum ist so bunt wie das Leben“, sagt Dieter Dzewas, wenn er die Inhalte seiner Bürgermeister -Sprechstunde beschreibt. An 46 Samstagen im Jahr jeweils von 9 bis 10.30 Uhr steht das Stadtoberhaupt im Bürgerforum den Lüdenscheidern mit Rat und Tat zur Seite. Oft sind es ortsteilbezogene Dinge, die den Menschen Sorge bereiten. Es können aber auch Gebührenbescheide sein, die nicht akzeptiert werden. Weitere Themen sind Schwerbehindertenangelegenheiten oder Kritiken rund ums Anwohnerparken. Diese werden dann überprüft und, so Dieter Dzewas, schnellstmöglich bearbeitet. „Wenn innerhalb des rechtlichen Rahmens deutlich wird, dass das Gesetz nicht bürgerfreundlich oder in sich nicht logisch ist, werden die Anfragen an Abgeordnete weitergegeben“, erläutert der Verwaltungschef.

Die Bürgermeistersprechstunde ist ein kostenloses Angebot der Stadt Lüdenscheid. Rund 250 Bürgerinnen und Bürger nutzen die Sprechstunde jedes Jahr, um Probleme oder Ärgernisse mit dem Stadtoberhaupt in ruhiger Atmosphäre zu besprechen. Die Termine werden in den Lüdenscheider Nachrichten und auf www.luedenscheid.deveröffentlicht.

Etwas stiller geworden sei es im Bereich der Ausländerangelegenheiten. Diese wurden – bis auf die Einbürgerungsverfahren – an den Märkischen Kreis übergeben. Früher kamen häufig Eltern mit Jugendlichen, wenn es um die Ausbildung ging. Hier konnten oft über die Stabstelle Arbeit und Wirtschaft zusätzliche Chancen geschaffen werden. „Aber auch in diesem Bereich ist es ruhiger geworden“, sagt Dzewas. „Man merkt, dass die Ausbildungssituation wieder besser geworden ist.“ Auch für Langzeitarbeitslose gab es schon die eine oder andere Vermittlungschance. „Ob man bei der Jobsuche erfolgreich helfen kann, hängt allerdings in erster Linie mit der wirtschaftlichen Lage zusammen“, sagt der Bürgermeister. Gespräche über Anfragen, die man aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht im offenen Bereich des Bürgerforums besprechen kann, werden kurzerhand in das Bürgermeisterbüro verlegt. Das könnten beispielsweise Jugendamtsangelegenheiten – Trennungen, Scheidungen oder Konflikte mit Kindern – sein.

„Auch Großeltern, denen der Kontakt zu ihren Enkeln untersagt wurde, haben mich schon um Hilfe gebeten“, berichtet das Stadtoberhaupt. „Es gab auch einmal eine Kleindemonstration, diese wurde dann in den Ratsaal verlegt. Manche Menschen kommen aber auch einfach nur, um Frust abzulassen oder ihr Herz auszuschütten“, weiß Dieter Dzewas. „Wenn es um komplexere Dinge geht, ist es hilfreich, vorab Informationen zu bekommen, um zielgenauer arbeiten zu können“, so der Tipp des Bürgermeisters.

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