111 Dinge (103): Die Städtischen Museen am Sauerfeld besuchen

Der erste Blick im Museum fällt nach oben: Stolz thront die Tenderlokomotive der einstigen Kreis Altenaer Eisenbahn im gläsernen Mittelteil der Museen am Sauerfeld und begrüßt die Besucher.

Neben der Lok, einer hauptsächlich in Lüdenscheid eingesetzten Jung-C-Tenderlokomotive aus dem Jahr 1930, ist der von ihr „gezogene“ Personenwagen ein beliebtes Ziel von Kindern und Eltern, die hier wohl weniger an den Ruß und die dicken Qualmwolken während der langen Dampflok-Ära im Rahmedetal denken.

Der erste Blick im Museum fällt nach oben: Stolz thront die Tenderlokomotive der einstigen Kreis Altenaer Eisenbahn im gläsernen Mittelteil der Museen am Sauerfeld und begrüßt die Besucher. Neben der Lok, einer hauptsächlich in Lüdenscheid eingesetzten Jung-C-Tenderlokomotive aus dem Jahr 1930, ist der von ihr „gezogene“ Personenwagen ein beliebtes Ziel von Kindern und Eltern, die hier wohl weniger an den Ruß und die dicken Qualmwolken während der langen Dampflok-Ära im Rahmedetal denken.

Zwei Güterwagen weiter findet der Besucher Drahtrollen auf einem Flachwagen. Sie sind der erste Vorbote dessen, was das Hauptthema dieser heimatgeschichtlichen Ausstellung ist: die größeren und kleineren „Fabriksken“, ihre eher ungewöhnlichen, aber immer sehr handfesten Produkte und am Rande das, was in einem Museum am schwierigsten zu greifen ist – die Menschen, die in diesen Betrieben arbeiteten. Präsent sind ihre handwerklichen Fähigkeiten in ihren Werkzeugen und Arbeitsplätzen: Der Tisch und die Arbeitsmittel eines Graveurs wurden zum Mittelpunkt jener Ausstellung, die dokumentierte, wie im Werk des Graveurs Wilhelm Jüngermann aus hochspezialisiertem Handwerk Kunst wurde.

Neben dem Saal mit einem Graveur-Arbeitstisch und dem Portrait eines Graveurs bei der Arbeit von Heinz Wever befindet sich einer der schönsten Räume der Sammlung mit Medaillen, von denen die meisten von Wilhelm Jüngermann stammen. Wer hier fündig werden will, muss genauer hinschauen und manchmal sogar in die Knie gehen. Der Besucher wird belohnt mit Blicken auf Politiker, Geistesgrößen der deutschen Kultur, aber auch lokale Prominente, deren Portraits Jüngermann in Metall gravierte.

Klein in der Ausstellung sind nicht nur diese Plaketten, sondern auch jene Objekte, die durch den Sammeleifer von Museumsgründer Dr. Walter Hostert in Fülle vorhanden sind: Knöpfe und Uniformknöpfe, Orden und Abzeichen aus Lüdenscheider Produktion. Wer die unterschiedlichen Bundesverdienstkreuze von Steinhauer und Lück einmal ganz aus der Nähe betrachten will, wird hier ebenfalls fündig. „Queen Mom für Arme“, nennt Museumsmitarbeiterin Michaela Ernst die preiswerten Britannia-Silber-Service, die Gerhardi und Hueck als „Silber des kleinen Mannes“ in großen Stückzahlen produzierten.

Die drei Prunkstücke der Sammlung im Jugendstil – eine Deckelkanne, eine Blumenvase und eine Fruchtschale – blieben allerdings Ladenhüter. Weniger glänzend, aber dafür vom Deutschen Museum in München umso begehrter, ist ein Wrack, das ebenfalls die Eingangshalle des Museums ziert: Commerzienrat Carl Berg baute einst für den Ungarn David Schwarz das erste „Luftschiff des starren Systems“, das sich am 3. November 1897 in Berlin Tempelhof immerhin für einige Minuten in der Luft halten konnte, bevor es abstürzte. Am Motor kleben noch geschmolzene Aluminiumreste, die diesen luftfahrthistorisch bedeutenden Moment dokumentieren. - Thomas Krumm

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