111 Dinge (101): An einer Veranstaltung des Havanna-Clubs teilnehmen

Es geht, wie immer, nur um den Genuss. „Wer sich besaufen will, kann einfach in die Kneipe gehen und das erledigen“, sagt Marc Tegtmeyer, 2. Vorsitzender des Havanna-Clubs Lüdenscheid.

Deshalb achten er und seine Vorstandskollegen auch darauf, dass es zwischendurch beim club-internen Whiskey-Tasting immer etwas zu essen gibt. In erster Linie saugen die Mitglieder also neues Wissen in sich auf.

Hängen dem Experten, der ein ganzes Sortiment an edlen Bränden mitgebracht hat, lernwillig an den Lippen. Was ist der Unterschied zwischen Scotch und Bourbon? Was zeichnet einen Single Malt aus? Wie läuft die Produktion? Was geschieht mit Abfallprodukten? Keine Frage aus der lernwilligen Runde bringt den Fachmann in Verlegenheit. Und zu jeder Marke gibt’s noch eine nette Anekdote obendrein.

Der Havanna-Club Lüdenscheid wurde 2002 gegründet. Der Vorstand formiert sich alle zwei Jahre neu und ist dafür verantwortlich, monatliche Genießer-Abende zu organisieren. 1. Vorsitzender ist aktuell Ingo Scharfe. Mitglied zu werden, das ist nicht nur für Männer möglich, wenngleich derzeit keine Frauen zum Kreis der Mitglieder zählen.

Es sind jährlich elf Veranstaltungen, die der Vorstand organisiert. Die Treffen am ersten Dienstag eines Monats stehen jeweils unter einem Motto. Sie sind für die derzeit 40 Freunde Anlass und Gelegenheit zugleich, sich verwöhnen zu lassen, einen Abend mit Stil und Gehalt zu erleben und die Seele baumeln zu lassen. „Tasting-Events“ haben so wenig zwingend mit Alkohol zu tun wie die Mitgliedschaft im Havanna-Club mit dem Zwang, wenigstens einmal im Monat eine fette kubanische Cohiba zu qualmen.

Marc Tegtmeyer schmunzelt. „Die Hälfte von uns raucht gar nicht.“ Und einige mögen keinen Whiskey, andere dies nicht und wieder andere das nicht. Es gab schon Wein-Tastings oder einen Tequila-Abend, aber auch ein Steak-Tasting in einer heimischen Metzgerei. Dabei gab es Fleisch satt, unterschiedliche Steaks, vom normalen Entrecote bis zum edlen Kobe-Filet für 400 Euro das Kilo.

Die Havanna-Männer haben in der Kulturhaus-Küche gemeinsam gekocht und für abends ihre Damen zum Speisen eingeladen, sie haben Fisch und edle Meeresfrüchte in einem Halveraner Restaurant durchgetestet, in der Altstadt feine Cocktails geschlürft und beim Western-Wochenende im Wildgehege Mesekendahl für sich und ihre Gäste Koteletts auf den Grill geworfen.

Locker geht es zwar zu, aber doch immer mit einem dezenten Anspruch an den äußeren Rahmen, gepflegtes Auftreten und hochwertige Erzeugnisse. Und möglichst mit gewählten Umgangsformen. Die kann man zwar nicht direkt schmecken, aber sie sind auch nicht unwichtig, sondern eher imageprägend im Klima des Havanna-Clubs. Und für Marc Tegtmeyer geradezu ein Muss. Der Tanzlehrer ist nebenbei Umgangsformen-Trainer bei der Industrie- und Handelskammer - Olaf Moos

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