Juli: Dr. Dietmar Simon

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Dr. Dietmar Simon ist Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins.

LÜDENSCHEID ▪ Die Geschichte mit der Gegenwart verbinden und dabei die Stadt und die Menschen dort im Blick zu haben: Das hat sich der Geschichts- und Heimatverein (GHV) auf die Fahnen geschrieben.

Der Mann, der seit rund einem Jahr die Geschicke des Vereins als Vorsitzender lenkt und sich seit vielen Jahren selbst mit Vorträgen und Veröffentlichungen für die Aufarbeitung der Stadtgeschichte einsetzt, ist Dr. Dietmar Simon – unser Lüdenscheider des Monats Juli.

Schon 1999 wurde Simon, der von 1994 bis 2004 für die SPD im Stadtrat saß, als Vorsitzender des Kulturausschusses stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Dieses Amt behielt nach der Neustrukturierung und schließlich der Fusion mit dem Geschichtsverein. 2011 trat er dann die Nachfolge von Hartmut Waldminghaus an. Der GHV hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Lobby für die Kultur in der Stadt zu schaffen. „Kultur spielt eine ganz wichtige Rolle im Leben einer Stadt“, sagt Simon. Aktuell gehört der Verein zu den Veranstaltern der Ausstellung „Wir hier!“ in den Museen. Das geschichtliche Forum befasst sich im kommenden Halbjahr gezielt mit Themen der Zuwanderung. Im September wird der GHV wieder zum Stadtfest einladen.

Der Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart erfolgt für Simon in dem Bewusstsein, „sich für den Wert unserer Stadt zu engagieren.“ Beim Denkmalschutz gehe es zum Beispiel nicht nur um die Bewahrung des Alten, sondern auch um die Aufwertung des Stadtbildes. Dass der Verein damit richtig liegt, sieht Simon in der Resonanz belegt: viele Zuhörer beim geschichtlichen Forum, großes Interesse an den Veröffentlichungen, erfolgreiche Kooperation mit dem Jugendkulturbüro.

Für Simon selbst liegt es nahe, sich im ehrenamtlichen Bereich für Dinge zu engagieren, die „irgendwie mit Geschichte zu tun haben.“ Er ist Lehrer für Geschichte und Deutsch am Bergstadt-Gymnasium, ohnehin historisch interessiert und immer wieder wissenschaftlich tätig. Aktuell arbeitet er an zwei Buchprojekten – über die Jugendkultur der Stadt in der Ära von „Gotti“ Schumann und über den jüdischen Journalisten Artur Schweriner.

Simon lebt seit seinem neunten Lebensjahr in Lüdenscheid. Die Leidenschaft für die Stadtgeschichte entdeckte er während seines Studiums. Er wollte für seine Abschlussarbeit ein Thema aus der Bergstadt aufgreifen. Dabei stellte er fest, dass es „über ganz erhebliche Teile der Geschichte Lüdenscheids nichts gibt“. Dabei habe die Stadt historisch vieles zu bieten, sagt er. Seine Dissertation über die „Arbeiterbewegung in der Provinz“ erreichte schließlich einen erheblichen Umfang – „weil sehr vieles zu finden war.“ ▪ gör

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