Preiskurve entschlüsselt

Hohe Spritpreise: Wann ist Tanken in Lüdenscheid am billigsten?

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Die Spritpreise waren am Dienstag so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. 

Lüdenscheid - Sprit ist so teuer wie seit gut sechs Jahren nicht mehr. Am Dienstag übersprang der Diesel-Preis an einigen Tankstellen in Lüdenscheid die Schwelle von 1,40 Euro. So können Autofahrer sparen. 

Der Preis für Diesel und Super E10 schwankte am Dienstag erheblich. Am Morgen lag er an mehreren Lüdenscheider Tankstellen bei 1,40 Euro pro Liter, Super bei fast 1,60 Euro. An den gleichen Tankstellen kostete der Liter am späten Nachmittag nur noch 1,32 Euro. Warum ist das so und wie können Autofahrer das am klügsten ausnutzen?

Bis zu acht Cent Unterschied am Tag sind drin

Das liegt daran, dass die Minerölkonzerne Aral und Shell die Preise am Tag mehrfach erhöhen und senken, die anderen Tankstellen ziehen fast immer mit. Die Preiskurve folgt dabei einem weitgehend festen Muster: 

1. Um 6 Uhr steigen die Preise.

2. Ab 8 Uhr sinken die Preise wieder.

3. Gegen 12 Uhr folgt meist ein Preisaufschlag von vier Cent oder mehr. 

4. Ab 14 Uhr geht es dann wieder bergab.

5. Meist folgt gegen 17 Uhr noch eine kleine Erhöhung.

6. Ab 18 Uhr fallen die Preise wieder. 

7. Die nächste Erhöhung gibt es dann erst gegen 23 Uhr.

Das bedeutet: Die günstigsten Preise gibt es also ab 18 Uhr. Auch zwischen 11 und 12 Uhr ist es meist billiger als zu anderen Uhrzeiten. 

Pro Tag variieren die Preise teilweise bis zu acht Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern kann man so immerhin vier Euro sparen.

Das lohnt sich, denn die Preise sind zuletzt stetig angestiegen. Die Kosten für eine Tankfüllung sind seit Januar 2016 um fast 40 Prozent gestiegen. 

"Die Bevölkerung muss tanken"

„Die Bevölkerung muss tanken“, weiß Arnt Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Richter Mineralöl GmbH & Co. KG, die neben dem Ölhandel auch zwei Tankstellen in Lüdenscheid betreibt. Die Kunden hätten die Preiserhöhungen der zurückliegenden Wochen aber relativ gelassen aufgenommen.

Eine Einschätzung, die Maik Klapperich, Inhaber der Aral-Tankstelle an der Talstraße in Brügge, teilt. „Die Preise sind drastisch angestiegen, die Leute haben aber trotzdem ganz normal getankt“, so Klapperich. 

Beide Tankstellenbetreiber verzeichneten zuletzt keine Umsatzeinbußen. Sie verdienen – unabhängig vom ausgewiesenen Preis – immer denselben Betrag. So bleiben Pächtern von Tankstellen maximal 1,5 Cent pro Liter. Wer seine Tankstelle selbst führt, kann 2,5 Cent pro Liter behalten, trägt aber auch alle Kosten für den Tankstellenbetrieb.

Warum ist Sprit so teuer?

Der Preis für Rohöl der Marke Brent liegt aktuell bei fast 85 Dollar pro Barrel. Zu Jahresbeginn kostete das Barrel noch 50 Dollar. Das geben die Händler an die Kunden weiter. Arnt Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Richter Mineralöl GmbH & Co. KG. weiß, wem die Lüdenscheider die Preissteigerung zu verdanken haben: „Schuld ist diesmal kein Ölmulti, sondern der amerikanische Präsident Donald Trump“, sagt Richter. Durch die von den USA forcierten Sanktionen gegen den Iran fällt aktuell einer der weltweit größten Ölproduzenten als Lieferant für Europa aus. Zudem hat der trockene Sommer für Niedrigwasser in den Flüssen gesorgt. Das hat zur Folge, dass die Binnenschiffe nur ein Drittel der üblichen Fracht laden konnten. Das treibt die Transportkosten. 

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