„Die Tatsachen stimmen also“

+
Der Sportplatz an der Jahnstraße soll zu einem Mehrgenerationenspielplatz umgebaut werden.

LÜDENSCHEID - Zum zweiseitigen Brief der Gegner des Mehrgenerationenspielplatzes (wir berichteten) schreibt Tanja Tschöke, Fraktionsvorsitzende der Grünen, in einer Stellungnahme:

Dass die Sprecherin der Bürgerinitiative gegen den Familienplatz jetzt in ihrer Argumentation persönlich wird und den Sprecher des Initiativbündnisses für den Familienplatz Uwe Hindrichs angreift, zeugt nicht gerade von Sachlichkeit. Das Papier „Familienplatz an der Jahnstraße – Dichtung und Wahrheit“ existiert schon seit mehreren Wochen und ist auch schon bei der ersten Info-Veranstaltung der Verwaltung im Bürgerforum verteilt worden. Die darin gesammelten Behauptungen sind aus Presseveröffentlichungen, Leserbriefen und Argumenten der Unterschriftensammler gegen den Familienplatz zusammengetragen worden, bevor diesen Behauptungen die richtigen Tatsachen gegenüber gestellt wurden.

Es ist nie von uns behauptet worden, dass Frau Owen oder ihre beiden Mitstreiterinnen persönlich dieses gesagt haben. Wir wollen hier keine persönliche Auseinandersetzung, sondern hier geht es allein um die Sache, also um entsprechend sachliche Aufklärung und eine faire Auseinandersetzung. Dieses relativ alte Papier ist mit neuem Kopf von Uwe Hindrichs noch einmal an die Presse gegeben und kommentiert worden – wie „frech von ihm“. Wir finden es bedauerlich, dass Frau Owen bei diesem, wie sie sagt Wahlkampf, die sachliche Argumentationsebene verlässt und persönlich wird. Das ursprüngliche Papier „Dichtung und Wahrheit“ ist übrigens seit Wochen auf den Homepages der Parteien SPD, FDP und B90/Die Grünen zu finden. In den zweiseitigen Äußerungen zu dem Papier „Dichtung und Wahrheit“ wird im Prinzip keine Tatsache widerlegt.

Die Ausführungen zur Verwertbarkeit des Jahnplatzes wurden offensichtlich nicht richtig verstanden (oder wollten nicht verstanden werden). Hinsichtlich der Treppe neben dem Kino wird mit nicht abgesicherten Beträgen hantiert (wir haben keine Beträge genannt, da man uns genaue Zahlen nicht mitteilen konnte) und was die Stützmauer betrifft, will die Initiative offensichtlich den Jahnplatz die nächsten 50 Jahre im jetzigen Zustand belassen. Bezüglich der energetischen Sanierung ist es richtig, dass auch das gesamte Geld aus dem Konjunkturpaket II hier hineinfließen könnte. Wir sind allerdings der Meinung, dass es für Lüdenscheid wichtig ist, gerade im Innenstadtbereich etwas für Kinder, Jugendliche und Familien zu tun, zumal schon ca. 4,8 Mio € in Schulen und Kindergärten und hier hauptsächlich in energetische Maßnahmen fließen.

Übrigens enthält das Papier „Dichtung und Wahrheit“ über 15 Punkte - auf die restlichen Punkte ist Frau Owen als Sprecherin der Initiative nicht eingegangen. Die Tatsachen stehen und stimmen also, dass gibt sie damit scheinbar zu. Bezüglich des Kinderschutzbundes ist zu sagen, dass sich nach meinen Informationen der Kinderschutzbund als Lobby für Kinder und Familien von Anfang an für einen Familienplatz ausgesprochen hat; übrigens schon bei dem Vorschlag durch den Sozialdezernenten Dr. Schröder (CDU), der mit seinem damaligen Vorhaben ebenso durch persönliche Anliegen von Anwohnern gestoppt wurde. Die Idee der Sanierung des baufälligen Umkleidegebäudes und anschließender Nutzung durch den Kinderschutzbund stammt übrigens einzig und allein vom Bürgermeister Dieter Dzewas. Auch wenn der Kinderschutzbund nicht in das nebenstehende Gebäude einziehen könnte, so würde dieser natürlich trotzdem einen Familienplatz unterstützen - wenn nicht, wäre dies für einen Kinderschutzbund ja wohl mehr als ungewöhnlich.

Es geht dem gesamten Initiativkreis und somit auch dem Kinderschutzbund nicht in erster Linie um das Gebäude, sondern um den Familienplatz mit entsprechender Freizeitgestaltung und darum, Lüdenscheid ein wenig familienfreundlicher zu gestalten.

Zum Abschluss noch ein Wort zur im Brief von Frau Owen angesprochenen „parteipolitischen Neutralität von Schulen, Kindergärten, CVJM u.ä.“. Hier geht es nicht um Parteipolitik, sondern um einen Familienplatz. Dass hier die Schulen bzw. Elternpflegschaften der Westschule und Knapperschule Stellung beziehen können ist doch klar, denn hier geht es um den Schulsport dieser Schulen, welcher durch einen Sport- und Bewegungsplatz auf dem Familienplatz vorgesehen ist, da diese Schulen keinen eigenen Sport- oder Bolzplatz haben.

Dieser wichtige Punkt wird in der Diskussion um den Familienplatz häufig vergessen. Auch die anliegenden Kindergärten profitieren vom Angebot des Familienplatzes. Dürfen sie dieses nicht mit einer positiven Stellungnahme zum Familienplatz zum Ausdruck bringen? Vereine, Verbände, Schulen u.ä., die sich für einen Familienplatz aussprechen, müssten nach Ansicht der Sprecherin der Bürgerinitiative, Frau Owen, den Mund halten, da sie sonst die parteipolitische Neutralität verletzen. Das ist ein eigentümliches Demokratieverständnis; hier wird offensichtlich Parteinahme für eine familienfreundliche Maßnahme mit Parteipolitik gleichgesetzt. Ich beschwere mich doch auch nicht darüber, dass direkt unter dem Brief von Frau Owen, in der Onlinefassung einer Lüdenscheider Zeitung, eine Bannerwerbung vom CDU-Landtagskandidaten Bernd Schulte auftaucht - Zufall?

Tanja Tschöke Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare