„Alternative Weihnachtskutsche“ auf der Humboldt-Villa

Die Lichtkunst der Schiffs-Herbergsmutter

Alternative Weihnachtskutsche“ Humboldt-Villa
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Die „Alternative Weihnachtskutsche“ auf der Fassade der Humboldt-Villa.

Ein skurriles Bild bietet sich derzeit auf der Fassade der Humboldt-Villa. Mit diesem Bild will das Lüdenscheider Stadtmarketing einen Lichtblick setzen.

Lüdenscheid – Katharina Berndt lässt sich gerne von Mythen, Sagen und Märchen inspirieren. Eine Weihnachtskutsche, gezogen von Rentieren mit einem rot gewandeten Weihnachtsmann – das käme der Lichtkünstlerin aus Bremen allerdings wohl kaum in den Sinn. Ihre „Alternative Weihnachtskutsche“ ist zurzeit auf der Fassade der Humboldt-Villa zu sehen.

Vor den Schlitten sind Schwäne gespannt, ein Papagei reicht mit seinem Schnabel Geschenke heraus. Die Päckchen werden von Vögeln angenommen und weitertransportiert. Dazu flirrt allerlei Getier durch die Lüfte –alles in Schwarz-Weiß.

Die alternative Weihnachtskutsche ist eine Auftragsarbeit des Lüdenscheider Stadtmarketings (LSM). Geschäftsführer André Westermann möchte mit diesem Werk von Katharina Berndt noch einige Tage einen Lichtblick setzen. Mit dem Lichtkunstkalender auf der Erlöserkirche, der am 26. Dezember endete, ist das bereits gelungen.

Katharina Berndt hat mit ihren detailreichen Zeichnungen schon mehrfach in Lüdenscheid beeindruckt. Bei den Lichtrouten 2010 projizierte sie ein Werk namens „Des Fischers fette Beute“ auf die Fassade des ehemaligen Kinos in der Oberstadt. 2013 war es dann „Panoptikum“ – ein kurioses Fußballspiel mit mehreren Bällen in einer Manege.

Katharina Berndt entwickelt Zeichnungen wie die alternative Weihnachtskutsche auf ihrem Tablet. Zunächst hat sie nur eine schwarze Fläche vor sich. Diese Fläche wird auf mehreren Ebenen weiß ausgezeichnet. So entsteht Schritt für Schritt schließlich ein filigranes Gesamtbild.

Katharina Berndt gehört auch zu dem Lichtkünstlerkollektiv, das den 1. Lüdenscheider Lichtkunstkalender erschaffen hat.

Vieles an Katharina Berndt ist ungewöhnlich. Seit 2011 gibt die 1982 in Potsdam geborene Lichtkünstlerin Seminare im Bereich Illustration im Weiterbildungsstudiengang Gestaltende Kunst, HS Bremen/HfK Bremen, sie arbeitet als Illustratorin, fertigt bei Live-Veranstaltungen Scherenschnitte an und ist seit 2015 live mit der Stimmkünstlerin Gabriele Hasler sowie dem Boreas Quartett Bremen bei Live-Performances zu sehen.

Dabei spielt sie teils improvisierend, teils durchinszeniert die Instrumente Overheadprojektor, Beamer und Scheinwerfer.

So ungewöhnlich wie ihre Arbeit ist auch ihr Privatleben. Sie lebt seit 2014 mit ihrem Mann und ihrem Sohn auf dem Segelschiff „Ronja“, wo sie gemeinsam die Schiffsherberge Klabauterbett auf der Weser in Bremen betreiben.

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