Ein gutes Kilo Jugendkultur

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Das Autorenteam Dr. Dietmar Simon (links) und Michael Nürenberg mit der Erstausgabe.

LÜDENSCHEID - Ein gutes Kilo wiegen sie, die umfangreichen Recherchen, die Dr. Dietmar Simon und Michael Nürenberg in einem Buch zusammengetragen haben: „Die besten Tage unseres Lebens – Jugendkultur in Lüdenscheid von 1960 bis 1980“ gibt es bislang erst in einer einzigen Fassung.

1500 Stück davon werden bis nächsten Freitag, 29. November, gedruckt und gebunden sein, wenn das lang erwartete Buch ab 16.30 Uhr in der Stadtbücherei erstmalig gekauft werden kann.

Ende des Jahres 2010 hielt Simon, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, im Rahmen des Geschichtsforums einen Vortrag über ein Deep-Purple-Konzert, das fast genau 40 Jahre zurück lag. „Es gab damals sehr viel Resonanz. Daraus entstand die Idee, doch mal etwas Größeres zu machen“, blickt Simon zurück. Sehr schnell wurde klar, dass man sich beim Blick zurück nicht nur auf die Musik beschränken konnte, sondern das Feld ausweiten musste auf die Jugendkultur der damaligen Zeit. Gemeinsam mit dem Redakteur Michael Nürenberg machte sich Simon auf die Suche, die am Ende drei Jahre währte.

„Ich weiß nicht, wie viele Gespräche wir geführt haben, das waren zahllose. Man geht zu Zeitzeugen und denkt: ,Dauert nur zehn Minuten’, und am Ende sitzt man da den ganzen Tag“, erinnert sich Nürenberg gut an anstrengende, aber auch schöne Zeiten im Rahmen der Recherche. Bis nach Goslar führte die Suche, denn dort wohnt Jutta Kronemann, die Schwester des damaligen Jugendpflegers Gotti Schumann. „Die hatte noch Kartons mit Fotos aus der Zeit“, Material, das die beiden Autoren bestens gebrauchen konnten. Viel Bildmaterial stammt auch aus Nürenbergs privatem Archiv, lange Stunden verbrachten die beiden Autoren im Stadtarchiv und im Archiv der Lüdenscheider Nachrichten.

Gelesen, kopiert, gesichtet, geredet, aussortiert, verworfen und neu geordnet: 288 Seiten im Din-A-4-Format sind am Ende draus geworden. Simon: „Das Buch ist dreigeteilt. Es gibt den Leittext, begleitendes Bildmaterial und die Beiträge unserer Gastautoren.“. Dazu gehören viele stadtbekannte Namen. Ausgespart wurde auch nicht der Blick über den Tellerrand nach Schalksmühle, Altena, Werdohl oder Plettenberg – „die kamen alle mit dem Moped, mit dem Bus oder zu Fuß nach Lüdenscheid. Bei denen gab’s ja nichts.“

Sehr vieles ist neben den klassischen Paul-Breitner-Frisuren, Einzelzigarretten für einen Groschen, Gottis Büro in der Kerksighalle und der Behauptung, dass 30 Prozent der Oberstufenschüler am Zeppelin-Gymnasium haschen, mit Zeitungsausrissen dargestellt.

Mit der Entdeckung Europas durch die Jugendlichen schließt das Buch, Jugendreisen, über die Simon ebenfalls bereits im Geschichtsforum referierte. Wir werden in den kommenden Wochen in loser Folge ein paar Geschichten aus diese bemerkenswerten Stück Literatur abdrucken, einschließlich jener Bilder, an die sich zweifelsohne viele Lüdenscheider mit einem Schmunzeln erinnern werden

Zu haben ist das gesamte Werk ab dem 29. November für 19,90 Euro im Buchhandel, im Bürgerforum des Rathauses sowie über den Geschichts- und Heimatverein, www.ghv-luedenscheid.de (ISBN 978-3-981325-2-0).

- rudi

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