DIAL-Neubau bezogen: „Wie ein Organismus“

Vollverglaste Büros, aber kein gläserner Mitarbeiter: So soll sich im Neubau die Philosophie des Unternehmens spiegeln.

LÜDENSCHEID ▪ Es ist ein Umzug über die Straße und doch in eine neue Welt: 70 Beschäftigte der DIAL GmbH erlebten gestern ihren ersten Arbeitstag im neuen Domizil an der Bahnhofsallee. Außen prägt die markante schwarze Fassade das Gebäude, drinnen durchweg vollverglaste Büros.

„Wir wollen Transparenz, die Kollegen sollen sich sehen“, sagen indes die Geschäftsführer Andreas Bossow und Dieter Polle. Und was die Technik dieses Neubaus auszeichnet, ist ihre Unsichtbarkeit.

Was man sieht, und das jederzeit, sind die Menschen, die hier auf drei Etagen arbeiten oder sich im Foyer treffen. „Wären wir Kontrollfreaks, wäre das eher unangenehm“, schmunzelt Polle. Doch die DIAL-Chefs schauen nach eigener Aussage eben nicht auf die Präsenz ihrer Beschäftigten am Firmen-PC, sondern auf Ergebnisse: „Wo, wann und wie die erzielt werden, ist zweitrangig.“

Diese Philosophie und die Gebäudesystemtechnik, für die das DIAL mit Schulungen, aber auch geheimen Produkttests arbeitet, sollten sich im Neubau widerspiegeln. So entwarfen die hauseigenen Architekten Dietmar Half und Jürgen Spitz das Gebäude, das statt Schaltern Sensoren hat, damit Räume von selbst hell werden – oder dunkel, wenn sich längere Zeit niemand bewegt. Heizanlage und Jalousie arbeiten ebenso zusammen wie i-phone und Türschloss. „Das Gebäude ist intelligent, es arbeitet wie ein Organismus“, sagt Polle.

Die Kosten dafür lagen mit 4,5 Millionen Euro netto für 3000 Quadratmeter Fläche unter denen eines herkömmlichen Baus. Nochmals 3000 Quadratmeter seien auf zehn Jahre optional für eine Erweiterung zu nutzen, sie sollen zunächst aber Parkplatz sein.

DIAL-Neubau

A propos Zukunft: Ein doppelter Boden lässt Raum für neue Technologien, wobei kaum Strippen gezogen wurden, fast alles läuft elektronisch, und Heizkörper sucht man hier vergebens: Die Wärme der Menschen und PCs soll schon bald zur Beheizung ausreichen. Heute, zum Einzug, arbeitet auf dem Dach noch die Wärmepumpe: ein zwei Meter großes Alu-Rad mit dichten Lamellen in einem schmalen Kanal. Der Kanal ist längsgeteilt, links geht warme Abluft durch das Rad nach draußen – das die rechts hereinströmende Frischluft wieder aufheizt. Bossow: „Dieser Neubau führt auch unseren 1000 Seminarteilnehmern im Jahr Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit moderner Gebäudesystemtechnik vor Augen.“

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