DIAL: Gesuchte Fachkräfte von der Stadt überzeugen

LÜDENSCHEID - Hätte Dieter Polle als DIAL-Geschäftsführer drei Wünsche frei, dann würden die so lauten: Die Lüdenscheider sollten die Vorzüge ihrer Stadt herausstellen, statt schlecht zu reden, was gar nicht schlecht ist. In der Stadt sollte sich zudem die „Willkommenskultur“ für Menschen mit Migrationshintergrund noch viel stärker entwickeln. Und es müsste bekannter und erkennbarer werden, welche Chancen gerade junge und kleinere Unternehmen wie DIAL qualifizierten Fachleuten bieten.

Würden sich diese Wünsche erfüllen, hätte Polle als Chef des Deutschen Instituts für Angewandte Lichttechnik eine Sorge weniger: „Wir suchen aktuell Architekten mit lichtplanerischem Interesse, Ingenieure und Techniker der Optik, Licht- und Gebäudetechnik sowie Informatiker und Programmierer im sehr attraktiven Bereich der Computergrafik. Wir könnten jetzt sieben Leute vom Fleck weg einstellen.“

Doch gerade erst hätten drei interessante Bewerber abgesagt – und als wichtigste Gründe die Größe des Unternehmens und seinen Standort genannt. Dabei kann es laut Polle viel spannender sein, in kleinen, innovativen Unternehmen ein breites Aufgabenspektrum abzudecken, als sich bei großen Namen in eine Abteilungs- und Zuständigkeitsdenke einzufinden.

Außerdem ist er von Lüdenscheid als „Stadt findiger Unternehmer“ überzeugt, die eine wunderschöne Natur mit der Nähe zum Ruhrgebiet als „einzig wahrer Metropole in Deutschland“ verbinde. Deshalb reiht sich Polle ganz bewusst nicht in die Phalanx der ewigen Kritikaster ein, auch wenn Lüdenscheid gerade für das Image als „Stadt des Lichts“ noch bedeutend mehr tun könne.

Zu Unrecht stehe der Standort Lüdenscheid im längst entbrannten Kampf um die Köpfe gerade besonders qualifizierter und engagierter Nachwuchskräfte einer Zusage entgegen, meint der DIAL-Chef. Aber das sei nun mal Fakt: „Viele Interessenten geben uns als kleinerem Betrieb mit 60 Beschäftigten und Lüdenscheid als Mittelstadt keine Chance mehr. Zugleich wollen unsere Auszubildenden bei uns bleiben, und die Fluktuation im Unternehmen tendiert gegen Null.“

Denn wer einmal bleibt, der lerne DIAL als etablierten Dienstleister für Licht und Gebäudetechnik kennen. „Unsere Leute erleben ja, wie spannend die Arbeit der Seminarleiter ist, wie Kollegen aus dem Vertriebsteam nach Indien, Asien, den mittleren Osten, Amerika oder Australien reisen, um Kunden in aller Welt direkt zu betreuen. Oder dass DIAL die Träume jedes Informatikers oder Programmierers wahr werden lässt, weil bei uns stets modernste Hard- und Software auf Erfindergeist trifft.“ Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens mache zudem individuelle Lösungen für Mitarbeiter etwa bei der Arbeitszeit möglich – und den Neubau im künftigen Bildungsquartier Denkfabrik, in dem man weiter wachsen will.

Acht Azubis zählt die GmbH heute, eine Zahl, die gerade in den letzten beiden Jahren mit dem rasanten wirtschaftlichen Wandel aus der tiefen Krise in neue Höhen deutlich angestiegen ist. „Wir haben auch in der Krise eingestellt und hatten dabei die Auswahl aus vielen qualifizierten Bewerbungen.“

Doch in kürzester Zeit drehte sich das Verhältnis von Bewerbern zu Arbeitsplätzen, und es werde nicht reichen, sich allein auf eigene Potenziale zu stützen. Die Werbung für Lüdenscheid sieht Dieter Polle indes nicht allein als Aufgabe von Institutionen an: „Für das Stadtmarketing kann und muss jeder von uns etwas tun.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare