Einbruch in Lüdenscheid

DHL-Pakete aus Getränkemarkt gestohlen: Warum es für die Empfänger jetzt ärgerlich wird

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DHL-Pakete.

Lüdenscheid - Mehrere DHL-Pakete wurden in der Nacht zu Donnerstag in Lüdenscheid gestohlen. In den meisten Fällen waren die Empfänger bereits informiert und gehen nun leer aus. Was Betroffene jetzt beachten müssen. 

Die DHL-Pakete waren Teil der Beute, die Einbrecher in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in einem Getränkemarkt mit angeschlossenem DHL-Paketshop an der Nottebohmstraße machten. Nach Angaben der Polizei stahlen die unbekannten Täter neben diversen Spirituosen, Süßigkeiten und Zigaretten auch mehrere DHL-Pakete, die dort für die Empfänger zur Abholung bereitlagen. Derzeit werde noch ermittelt, wie viele Pakete fehlten, sagte Polizeisprecher Marcel Dilling auf Nachfrage. 

Pakete waren dort zur Abholung hinterlegt

Die Empfänger wurden in den meisten Fällen bereits durch die DHL-Zusteller informiert, dass ihr Paket im Paket-Shop zur Abholung hinterlegt ist.

Was also tun, wenn es gestohlen wurde?

So viel vornweg: Es ist kompliziert. Denn der Empfänger weiß zwar, dass er ein Paket bekommen sollte. Vertragspartner für DHL ist allerdings nicht der Empfänger, sondern der Absender des Pakets, erklärt Alexander Böhm, Pressesprecher von DHL und Deutscher Post. Er ist somit auch der Geschädigte.

Vertragspartner ist der Absender, nicht der Empfänger

In den meisten Fällen hat der Absender seinen Sitz nicht in Lüdenscheid, sondern irgendwo in Deutschland oder im Ausland. Es sei also fraglich, ob der Absender etwas von dem Diebstahl mitbekommt, räumt Böhm ein.

Ansprüche gegenüber der DHL kann - sofern das Paket gegen Diebstahl versichert war - in diesen Fällen allerdings trotzdem nur der Absender stellen, denn nur er kann belegen, was sich in dem Paket befand. Standard-Päckchen zum Beispiel sind nicht versichert. 

Erst Nachforschungsantrag, dann Regulierung

Auch dieser Weg ist kompliziert: Der Absender muss zuerst unter Angabe der Paket-ID-Nummer einen Nachforschungsantrag bei der DHL stellen. Es könne schließlich sein, dass das Paket gar nicht gestohlen wurde, sondern in einem anderen Paket-Shop liegt, so Böhm. 

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Stellt sich schließlich heraus, dass das Paket in Lüdenscheid gestohlen wurde, muss der Absender belegen, was sich in dem Paket befunden hat. Da Versandhändler ihre Produkte häufig erst nach Zahlungseingang verschicken, kann es vorkommen, dass der Empfänger lange auf eine Rückzahlung beziehungsweise eine Ersatzlieferung warten muss - in einigen Fällen bis zum Ende des Verfahrens. "Wir sind bemüht, solche Fälle sehr schnell zu bearbeiten", sagt Pressesprecher Alexander Böhm. 

Absender ist nicht immer bekannt

Stellen Empfänger nun fest, dass sich ihre Sendung unter den gestohlenen Paketen befinden könnte, sollten sie Kontakt mit dem mutmaßlichen Absender aufnehmen. Der ist aber nicht immer bekannt. Da auf dem Benachrichtigungsschein des DHL-Boten kein Absender vermerkt ist, kann schon das zum Problem werden. 

Polizei sucht Zeugen für Einbruch

Bei dem Einbruch im Getränkemarkt entstand Sachschaden von mehreren hundert Euro an der Eingangstür. Sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Personen und/oder Fahrzeugen im Bereich der Nottebohmstraße nimmt die Polizei in Lüdenscheid unter Tel. 02351/90990 entgegen.

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