Arbeitgeber sollen sich an Kosten beteiligen

DGB fordert Azubi-Ticket

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Der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas setzt sich mit Yara Welpott, Philipp Siewert und Manuel Bunge (von links) für die Einführung eines landesweiten Azubi-Tickets ein.

Lüdenscheid - Die DGB-Jugend geht in die Offensive und erhält Rückendeckung vom SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas: Es geht um die Einführung eines landesweiten Azubi-Tickets. Die Auszubildenden, so das Argument, sollen endlich wie die Studenten zu einem vergünstigten Preis mit Bus und Bahn fahren dürfen. Wegen der ungelösten Finanzierungsfrage hat das Land die Signale noch auf Rot gestellt. 

„Wir kämpfen dafür, dass die Landesregierung unsere Forderung mitträgt“, unterstrich Philipp Siewert, Jugendbildungsreferent beim DGB Ruhr-Mark. „Wenn wir die Ausbildung und damit das duale System attraktiver machen wollen, ist günstige Mobilität unverzichtbar.“ Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel dürfe nicht allein die Kostenfrage im Mittelpunkt stehen. „Die Politik muss den Mehrwert erkennen.“

 Eine Aussage, die Yara Welpott aus eigener Erfahrung unterstützte. Die Verfahrensmechanikerin aus Altena arbeitet in Lüdenscheid und studiert parallel an der Fachhochschule. Mit dem Semesterticket für umgerechnet 30 Euro im Monat sei der Nahverkehr finanziell erschwinglich, wenngleich die Zeiten nicht gerade optimal seien. Zum Vergleich: Das gesamte MK-Netz kostet bei der MVG im Monats-Abo 97,50 Euro. 

Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, dass Studenten einen spürbaren Rabatt bekämen, Auszubildende aber nicht, kritisierte Manuel Bunge. Der junge Gewerkschafter hatte die Forderung nach einem Azubi-Ticket vor wenigen Tagen beim DGB-Bundeskongress eingebracht – und einhellig Zustimmung erfahren. „Sechs Millionen DGB-Mitglieder stehen hinter uns.“ 

Ein solch deutliches Bekenntnis wünscht sich Dudas auch von der Landesregierung. Der SPD-Antrag auf eine Förderung in Höhe von 20 Millionen Euro für das Ticket sei leider abgelehnt worden. In die Pflicht nehmen will der Abgeordnete zugleich die Arbeitgeberverbände: „Wer nach Fachkräften ruft, muss sich auch an den Kosten beteiligen.“

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