"Scholl": Jury lobt Offenheit und gute Förderung

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wurde an zwei Tagen von der Jury der Robert-Bosch-Stiftung unter die Lupe genommen.

LÜDENSCHEID - Das Geschwister-Scholl-Gymnasium kann sich Hoffnungen machen, beim Wettbewerb der Robert Bosch Stiftung um den Deutschen Schulpreis weiter nach vorn zu kommen. Am Mittwoch und Donnerstag war eine hochkarätig besetzte Jury in der Schule und zog am Nachmittag ein Fazit, das den Einzug ins Finale in Berlin möglich erscheinen lässt.

Von Martin Messy

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium.

„Die Schule geht sehr stark auf das einzelne Kind ein und unterstreicht damit den selbst gesetzten Schwerpunkt der individuellen Förderung.“ „Wir haben eine große Offenheit und Selbstständigkeit unter den Schülern erlebt.“ „Jeder weiß, was in der Schule abläuft und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ „Die Förderung der schwächeren geht nicht zu Lasten der stärkeren Schüler. Die Lehrer haben beide Pole im Blick.“ „Die Abi-Noten liegen über dem Landesdurchschnitt.“ Das waren die zentralen Aussagen der Jury-Mitglieder Prof. Dr. Thomas Häcker, Prof. Monika Buhl, Prof. Dr. Anne Ratzki und Dr. Uwe Lempfuhl, nachdem sie das „Scholl“ unter die Lupe genommen hatten.

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Zum geschulten Blick auf und in die Schule gehörten Gespräche mit Eltern, Schüler und Kollegium – allesamt ohne die Schulleitung, natürlich auch ein Gespräch mit Leiterin Antje Malycha sowie Unterrichtsbesuche quer Beet. Zwischen zehn und zwölf Klassen besuchten die Experten jeweils, hatten dabei über den Fachunterricht hinaus auch das Verhältnis Lehrer/Schüler im Fokus. Sechs allgemein anerkannte Kennzeichen für gute Schulqualität bildeten dabei die grundlegenden Kriterien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.

„Der Tag war aufregend, und es herrschte natürlich eine gewisse Anspannung“, zog Antje Malycha Bilanz. Das Kollegium hatte die Entscheidung getroffen, an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Einige haben gesagt: ,Wir haben ja schon gewonnen’, und wir fühlen uns auch ermutigt in unserem Konzept der individuellen Förderung.“ Aber Antje Malycha und ihr Kollegium sind natürlich schon gespannt, ob sie nachdem sie unter den Top 20 Schulen sind, es nach den Bewertungen der Konkurrenten sogar unter die Top 15 schaffen.

Das entscheidet sich Ende März, wenn alle 20 Schulen vor Ort begutachtet worden sind. Die Top 15 nehmen im Juni an der Preisverleihung in Berlin teil, und da erhält der Gewinner immerhin 100 000 Euro. Wenn’s klappt, kann sich Antje Malycha vorstellen, mit dem Geld einen Teil des recht maroden Schulhof zum Pausen-Sportplatz umzugestalten. „Wenn darüber ein Konsens besteht“, fügt sie hinzu. Gewinnen kann man halt nur im Team. Das hat das „Scholl“ aber auch jetzt schon bewiesen.

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