Ein politisch unkorrekter Abend 

Deutscher Comedian nennt Greta Thunberg "freche Blage"

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Der freche Provokateur Ingo Appelt teilte auch gegen Greta Thunberg aus. 

Lüdenscheid – „Wann kommt man denn schon mal nach Lüdenscheid!“ Mit dem Zug reiste Comedian Ingo Appelt – im Gepäck sein neues Programm „Der Staatstrainer“ - am Mittwoch aus Berlin zum Auftritt am Lüdenscheider Stadtstrand „Mamanuca“ an.

„Ich bin keiner von diesen Coronaleugnern, aber die Masken gehen mir ganz schön auf den Sack“, beschwerte er sich prompt. „Da wird man überhaupt nicht mehr erkannt!“ Unerkannt durch Deutschland reisen? Nicht sein Ding. Ohne Punkt und Komma „sabbelnd“, um keinen Kalauer, keinen derben Witz verlegen, machte der gebürtige Essener bei seiner Stippvisite in der Bergstadt von Anfang an klar: „Es wird politisch nicht korrekt.“ 

Rotzfrech war er nicht nur gegenüber Söder, Laschet, Merkel und Co., sondern auch gegenüber seiner eigenen Partei. „Ich bin seit 35 Jahren in der SPD“, bekannte er. Im tiefschwarzen Franken, wo er zeitweilig gelebt habe, habe er mit dem SPD-Ausweis sogar auf Behindertenparkplätzen parken können. Wenn sie ihren Namen nur richtig eingesetzt hätte, was hätte Andrea Nahles für einen Wahlkampf führen können! Dem Motto gemäß: „A Nahles – alles für’n Arsch – trotzdem SPD“. Hätte sogar Mitsingpotential gehabt, solch ein Slogan! „Volare (A Nahles) – O ho!“ Auf der Bühne sichtlich in seinem Element, teilte der freche Provokateur, der auf Einladung von „Der Großstadtjunge“, dem Lüdenscheider Stadtmarketing und dem XXL Eventmarketing in Lüdenscheid zu Gast war, nach rechts und links, gegen Männer, Frauen und verzogene Kinder – die eigenen eingeschlossen – aus. Angela Merkel kam in seinem bissigen Wortschwall bis auf ein paar Blessuren vergleichsweise glimpflich davon. 

Scharfe Worte für Nazis und Verschwörungstheoretiker

„Wir werden sie noch vermissen“, prophezeite Appelt. „Ich mag sie mittlerweile. Wenn man sie auf den Kopf stellt, lächelt sie.“ Lieber zerbrach er sich über Männer wie Donald Trump, Boris Johnson („Sieht ein bisschen aus wie der Pocher in alt“) und Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro den Kopf. „Wieso solche Männer?“ Scharfe Worte fand der Comedian für Nazis, Rassisten und Verschwörungstheoretiker. Vegan-Koch und Corona-Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann („Sieht aus, als wäre der Araber-Clan unterwegs“) bot dabei eine breite Angriffsfläche. „Der war Vegetarier, jetzt ist er Veganer. Der hat sich radikalisiert.“ 

Ebenso holte sich Xavier Naidoo („Der Reichsbürger“) seine Watschen ab. „Ich darf ja nicht mehr so über Prominente herziehen, ich kenn‘ die ja alle“, verriet Appelt hinter vorgehaltener Hand. Er tat’s trotzdem, witzelte, kalauerte, sehnte für Nazis und radikale Moslems einen Stuhlkreis herbei, parodierte – was er gut konnte – den ein oder anderen Politiker, steigerte sich in ein Corona-Musical mit Musik von Herbert Grönemeyer hinein und ließ auch das berühmte Wort mit „f“ , für das er bekannt ist, nicht aus. Kaum zu bremsen war der Wahl-Berliner, der nebenbei freche „Blagen“ wie Greta Thunberg und den eigenen Nachwuchs abstrafte, in seinem Redeschwall. „Mir macht das Spaß. Ich könnte noch den ganzen Abend weitersabbeln“, erfüllte er weit mehr als sein „Soll“.

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