Deutsche Umwelthilfe macht Auto Trimpop Ärger

Walter Trimpop

LÜDENSCHEID – Kleine Ursache, große Wirkung: Weil das Autohaus Trimpop in einer Anzeige die Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte für einen Neuwagen angeblich in einer zu kleinen Schrift veröffentlicht hat, droht dem Chef des Unternehmens nun mächtig Ärger. Denn wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht hat die Deutsche Umwelthilfe beim Landgericht Hagen Klage gegen das Autohaus eingereicht. Vorläufiger Streitwert: 30 000 Euro. Inhaber Walter Trimpop versteht die Welt nicht mehr: „Als ob man als Unternehmer nichts anderes zu tun hätte, als sich um einen solchen Mist zu kümmern.“

Mit dem „Mist“ steht Walter Trimpop allerdings nicht alleine da. „Wir stellen immer wieder fest, dass Autohäuser den Kunden die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen über Spritverbrauch und CO2-Emissionen ganz oder teilweise vorenthalten. Pro Jahr verschicken wir deshalb mehrere hundert Abmahnungen“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Verbunden mit der Abmahnung sei immer auch die Aufforderung, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und die damit verbundenen Kosten in Höhe von 200 Euro zu berappen.

Auch Walter Trimpop hatte diese Abmahnung erhalten. Weil er jedoch selbst keinen Verstoß gegen die sogenannte PKW-Energieverbrauchskennzeichenverordnung erkennen konnte, schaltete er den Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Nordrhein-Westfalen ein. Der wiederum sah’s ähnlich und teilte der Umwelthilfe mit, er könne der Rechtsauffassung nicht folgen. Die Umwelthilfe aber blieb bei ihrer Position – und reichte beim Landgericht Klage ein.

Konkret geht’s in dem Streit um die Frage, ob in der Trimpop-Anzeige die Pflichtangaben über Verbrauch- und Emissionswerte auch beim flüchtigen Lesen gut zu erkennen sind. Denn nach der entsprechenden Verordnung müssen diese Angaben „gut lesbar und nicht weniger hervorgehoben sein als der Hauptteil der Werbebotschaft“. Nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe ist das in besagter Anzeige nicht der Fall.

Die Frage, ob die Umwelthilfe nicht ein bisschen kleinlich sei, beantwortet Jürgen Resch mit einem klaren „Nein“. Leider habe sich der Staat mehr und mehr aus der Kontrolle entsprechender Umweltverordnungen zurückgezogen. Nicht zuletzt auch deshalb habe es sich die Umwelthilfe auf die Fahnen geschrieben, „immer wieder den Finger in die Wunden zu legen“. Den hinter vorgehaltener Hand geäußerten Vorwurf, die Umwelthilfe verkomme mehr und mehr zu einem Abmahnverein, der nur Geld verdienen wolle, weist Resch als absurd zurück: „Wir sind sehr streitbar, aber die Abmahnungen stellen für uns keine Einnahmequelle dar. Da kommt höchstens ’ne rote Null bei raus.“

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