Deutsche und Belgier weihen Gedenktafel ein

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Vorstandsmitglieder des GHV, ehemalige Angehörige der belgischen Garnison und Bürgermeister Dieter Dzewas freuen sich, das am früheren Kasernenstandort wieder an die Entwicklung der deutsch-belgischen Freundschaft erinnert wird.

Lüdenscheid - Nach sieben Jahren zum zweiten Mal eingeweiht – das gibt es nicht allzu oft, erst recht nicht für eine Gedenktafel. Aber sowohl beim Geschichts- und Heimatverein (GHV) als auch bei den Belgiern, die noch in Lüdenscheid leben, bestand kein Zweifel daran, dass die im Herbst verschwundene Tafel am Buckesfeld erneuert werden sollte.

Neben Mitgliedern des GHV waren zur Einweihung am Montagnachmittag auch einige ehemalige Angehörige der belgischen Garnison sowie Bürgermeister Dieter Dzewas gekommen. Er hatte auch 2007 die erste Tafel, damals gemeinsam mit Leuvens Bürgermeister Louis Tobbak sowie Hartmut Waldminghaus für den GHV und Paul Bosmans für die damals noch existierende Deutsch-Belgische Gesellschaft, eingeweiht.

Der Anlass war damals das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Lüdenscheid und Leuven, erläuterte GHV-Vorsitzender Dietmar Simon am Montag. Er bot auch noch einmal einen kurzen Abriss des deutsch-belgischen Verhältnisses, das sich zwischen 1946 und 1994, der Zeit der Stationierung belgischer Soldaten in Lüdenscheid, deutlich gewandelt habe. Daran erinnert auch der zentrale Satz der Tafel, der oft zitiert wird: „Sie kamen als Besatzungstruppen, wurden zu Nato-Partnern und schieden als Freunde.“ Nicht nur diese Passage, auch der übrige Text ist völlig identisch mit dem Original. Anders sind lediglich die Tatsache, dass nun auch das Logo des GHV die Tafel ziert, und das Material.

Wie berichtet, ist die erste Tafel irgendwann zwischen September und Oktober vergangenen Jahres abmontiert worden. Es gibt zwar keinen konkreten Hinweis, aber in Anbetracht vieler weiterer Fälle, sei es auf Friedhöfen oder im privaten Bereich, liege die Vermutung nahe, dass Metalldiebe am Werk waren. GHV-Vorstandsmitglied Dieter Lohmann habe es übernommen, die technischen Fragen für die neue Tafel zu klären. Gemeinsam mit der Firma „Lebos Druckstore“ habe man sich für eine Lösung aus Plexiglas entschieden, die durch eine zusätzliche Beschichtung witterungsbeständig sein soll.

Angebracht wurde die neue Tafel wie ihre Vorgängerin an dem ehemaligen Torpfosten an der Alten Wache, der früher den Eingangsbereich zur „De Leie“- oder „La Lus“-Kaserne – je nachdem flämisch oder französisch – markierte. Nun kann die Tafel wieder in die Erinnerung an die deutsch-belgischen Beziehungen eingebunden werden, beispielsweise bei den Stadtrundfahrten.

Dzewas sprach dem Geschichts- und Heimatverein seinen ausdrücklichen Dank dafür aus, dass er die neue Tafel finanziert habe. Der Stadt seien derartige Ausgaben in der Haushaltssicherung nicht möglich. Insbesondere wenn Besuch aus Belgien in der Bergstadt weile, gehöre es „zum guten Ton, die Tafel zu präsentieren“. Umso peinlicher sei es gewesen, dass das in den vergangenen Monaten nicht möglich gewesen sei, so Dzewas. Im Herbst wird die nächste Delegation aus Leuven erwartet, zur Ausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“. - Von Bettina Görlitzer

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