Immer mehr Seiteneinsteiger an den Schulen

Winfried Becker, Fachaufsicht für die Hauptschulen im Märkischen Kreis.

Lüdenscheid - Die Zahlen sprechen für sich: Die Beschulung von Seiteneinsteigern erfordert einen immer größeren Aufwand. An der Hauptschule Stadtpark werden die Familien, die aus europäischen Ländern, aber inzwischen auch aus Syrien kommen, über die Schulpflicht ihrer Kinder beraten.

Waren es 2013 noch 16 Kinder und Jugendliche, so werden inzwischen an der Hauptschule 47 in zwei Seiteneinsteigerklassen gefördert, und zwar in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 und 8 bis 10. Da die Schule damit an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist, hat auch die Adolf-Reichwein-Gesamtschule fünf Schüler übernommen. Weitere zehn kommen nach Angaben von Kerstin Kotziers vom Schulamt der Stadt aktuell hinzu, zwei im Grundschulalter, acht für die weiterführenden Schulen. „Im Januar wird es dazu einen runden Tisch geben, an dem alle Beteiligten sitzen“, teilte sie in der Sitzung des Schul- und Sportausschusses mit.

Daran wird neben den Schulleitern und Vertretern der Verwaltung auch Winfried Becker, Fachaufsicht für die Hauptschulen beim Kreisschulamt, sitzen. Becker erklärte, es könnten zum 1. Februar 2015 fünf Integrationsstellen geschaffen werden. Das Land stelle für diesen Bereich insgesamt 300 Stellen zur Verfügung. „Unklar ist zwar, wie viele Seiteneinsteiger künftig genau kommen werden, aber dass mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist, geht ja schon aus den Zahlen hervor.“ Demnächst sei ein Kommunales Integrationszentrum beim Kreis zuständig für die Organisation.

Frank Bisterfeld, Leiter der Adolf-Reichwein-Gesamtschule (ARG), sagte, an der ARG sei eine Förderung eingerichtet worden, über die pro Tag zwei Stunden Deutsch im Unterricht erteilt werden. Ansonsten seien die Seiteneinsteiger in den Klassen integriert. Dies erfolge ohne zusätzliches Personal. „Bei sechs Zügen an unserer Schule gibt es aber auch ein Raumproblem, vom fehlenden Personal ganz zu schweigen.“

Sebastian Wagemeyer, Studiendirektor am Bergstadt-Gymnasium (BGL), erklärte, am BGL gebe es eine Anfrage einer syrischen Flüchtlingsfamilie mit akademischen Hintergrund, die ihr Kind dort unterrichten lassen möchte. Es gebe aber keine personellen Ressourcen für die Unterrichtung von Deutsch als Fremdsprache.

Frank Bisterfeld betonte, auch die sozialpädagogische Begleitung sei wichtig.

Von Martin Messy

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