„Nicht die gewünschten Erfolge“

Betriebsrat: Herbe Kritik an Hellersen-Geschäftsführung

Alles andere als „eitel Sonnenschein“ herrscht derzeit unter den Mitarbeitern des Klinikums Lüdenscheid.

LÜDENSCHEID - Von „nicht ganz unerheblichen Problemen in unserem Unternehmen“ hatte der Betriebsrat der Märkischen Kliniken in der vergangenen Woche recht allgemein in einer Stellungnahme gegenüber den Lüdenscheider Nachrichten gesprochen. Intern sind die Arbeitnehmervertreter nun allerdings wesentlich deutlicher geworden.

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In einer Rundmail an alle Mitarbeiter, die den LN vorliegt, greift der Betriebsrat die von Prof. Dr. Gerfried Giebel, dem pensionierten Chefarzt der Unfallchirurgie in Hellersen, geäußerte Kritik auf. Wörtlich heißt es: „Dem Betriebsrat sind die erwähnten Probleme in unseren Häusern durchaus bekannt. Auch ist dem Betriebsrat nicht entgangen, dass verschiedene Entscheidungen der Geschäftsführung nicht zu den gewünschten Erfolgen geführt haben. Viele unserer Mitarbeiter haben das Gefühl, dass sie nicht ausreichend und frühzeitig in wichtige Entscheidungen mit einbezogen werden und dass auf ihre langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen häufig verzichtet wird. Fehlende Wertschätzung aber nicht nur von Seiten der Geschäftsführung, sondern auch vom direkten Vorgesetzten oder auch von den Kollegen wird häufig beklagt.“

Die Mitarbeiterzufriedenheit, so heißt es in dem Rundschreiben weiter, „entspricht sicherlich nicht der, wie sie von der Geschäftsführung in den Balance-Score-Runden erhoben wird“. Ein objektives Ergebnis erhalte man nur mit einer Befragung aller Mitarbeiter des Unternehmens. Diese müsse aber „selbstverständlich anonym erfolgen“.

All dies sei dem Betriebsrat „seit langem bekannt“. Er habe sich zu den bestehenden Problemen immer wieder in den entsprechenden Sitzungen und Gremien geäußert, „leider aber nicht immer das entsprechende Gehör gefunden“.

Der Betriebsrat wiederholt in der Mitarbeiter-Information seine Kritik an Prof. Giebel. Er „verurteilt die Form und den Zeitpunkt des veröffentlichten Artikels“ in den LN – betont aber, dies geschehe „unabhängig vom Inhalt“. Weiterhin stellt das Gremium fest, es sehe sich „nicht als Opposition im Unternehmen“. Und schließlich: „Der Betriebsrat setzt sich für die Probleme und Belange aller Mitarbeiter ein, einschließlich die Vertreter der Führungsebenen.“ - fin

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