Ärger in Automotive-Branche

„Der nächste Skandal“: Unternehmen im MK soll BR-Mitglieder auf Entlass-Liste gesetzt haben

Fassade eines Industriegebäudes der Firma Linden
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Belegschaft und Betriebsrat der Firma Linden auf der Kalve kommen nicht zur Ruhe. Nun berichtet die IG Metall über einen neuen Konflikt.

Die Firma Linden auf der Kalve kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Geschäftsleitung vor siebeneinhalb Monaten sechs Spritzgießmaschinen hatte abtransportieren lassen, folgt laut IG Metall nun „der nächste Skandal“.

Der Zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Fabian Ferber, erklärte am Wochenende, „sämtliche Betriebsratsmitglieder“ bei Linden seien auf einer Namensliste für eine vorgesehene Entlassungswelle aufgetaucht.

Manuel Althoff als Geschäftsführer der Heinze-Gruppe, zu der die Firma Linden gehört, hat nach Ferbers Worten gedroht: „Sollte der Betriebsrat dem nicht zustimmen, werde es für den Stellenabbau bei Linden keine Transfergesellschaft geben, die sich um Qualifikation und Weitervermittlung der betroffenen Beschäftigten kümmern solle.“

IG-Metall-Bevollmächtigter in Lüdenscheid: „Das Maß ist voll!“

Die Beratungsgesellschaft PWC, die im Auftrag des Unternehmens tätig ist, habe der IG Metall eine Schadensersatzforderung zugesandt. Nun prüfe die Gewerkschaft, Strafantrag gegen Manuel Althoff zu stellen – wegen des Verdachts der Behinderung der Betriebsratsarbeit.

Dazu erklärt IGM-Bevollmächtigter Torsten Kasubke: „Das Maß ist voll. Die Firma Linden ist Serientäterin. Im Frühjahr hat sie den Lockdown ausgenutzt, um Maschinen abzubauen. Schon damals war Manuel Althoff persönlich anwesend, um Augenzeuge dieser üblen Maßnahmen zu werden.

Nun folgt im zweiten Lockdown der zweite Streich. Hier sollen die Betriebsräte ihren Job verlieren, damit der Arbeitgeber mit seinen Grausamkeiten frei aufspielen kann. Also soll die betriebliche Mitbestimmung zu Grabe getragen werden, damit Versetzungen, Entlassungen und weitere Ideen ohne Widerstand ausgeführt werden können. Der ganze Standort steht auf dem Spiel.“

Auch die Partei Die Linke schaltet sich in die öffentliche Diskussion ein. Parteisprecher Otto Ersching sagt: „Immer wieder liest man von solchen Angriffen gegen Betriebsräte oder gar von der Verhinderung von Betriebsratswahlen. Solche Machenschaften sind Angriffe auf die betriebliche Demokratie“.

Aus der Chefetage der Firma Linden war trotz LN-Anfrage bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

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