Denkmalschutz-Verfahren läuft seit acht Jahren

Die Bunkeranlage in Oberrahmede: Seit acht Jahren läuft das Verfahren zur Klärung der Frage, ob auch sie unter Denkmalschutz gestellt werden soll.

LÜDENSCHEID - Ins achte Jahr geht ein laufendes Verfahren der Stadt Lüdenscheid und des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zur Frage, ob vier Bunker- und Luftschutzanlagen aus der NS-Zeit im Stadtgebiet unter Denkmalschutz gestellt werden sollen.

Jetzt muss sich der Beschwerdeausschuss der Stadt damit befassen. Antragsteller ist der frühere Stadtarchivar Dieter Saal. Er beklagt, dass er bereits 1998, also vor 13 Jahren, den Denkmalschutz für Luftschutzanlagen angeregt hatte. Und bis heute gebe es keine Entscheidung.

Auf LN-Anfrage erklärte Kulturamtsleiter Stefan Frenz, dass erst 2003 das formale Verfahren eingeleitet werden konnte. Die seither vergangenen acht Jahre seien ein „ungewöhnlich langer Zeitraum“, räumte Frenz ein. Es sei Stadt und LWL aber bisher nicht möglich gewesen, sich die Bunker anzusehen, weil sich mit den Eigentümern der Gelände keine Termine finden ließen. „Die weigern sich nicht, es hat bisher nur zeitlich nicht gepasst.“

Ohne die Eigentümer, die in Denkmalfragen ein gewichtiges Wort mitzureden haben, komme man an die Anlagen aber gar nicht erst heran. „Wir werden uns jetzt nachdrücklich darum bemühen“, kündigte der Kulturamtsleiter an. Die Sache habe keineswegs jahrelang in der Schublade gelegen, man sei wirklich so lange fortlaufend damit befasst gewesen.

Es geht um Luftschutzanlagen in Oberrahmede, an der Humboldtstraße (unter dem Garten zur Kerksighalle) und im Staberg (Loher Straße 9) sowie eine weitere Anlage In der Landwehr. Die Stadt als Untere Denkmalbehörde und das LWL-Amt für Denkmalpflege in Münster wollen ihr „Benehmen“ darüber herstellen, ob die Bunker, die den Lüdenscheidern einst Schutz bei Fliegeralarmen boten, jetzt selbst zu schützen sind.

„Zur Prüfung der Denkmalwürdigkeit einer Sache gehört stets eine sorgfältige und möglichst umfassende Sachverhaltsaufklärung“, schreibt Frenz dazu in der Beschlussvorlage für den Beschwerdeausschuss. Dazu zähle ein umfassendes Quellenstudium sowie eine Ortsbesichtigung.

Dem LWL habe die Stadt „großzügig Zeit eingeräumt, sich in die Materie einzuarbeiten, um die notwendige Basis für eine fundierte Stellungnahmeb im Hinblick auf eine mögliche Denkmaleigenschaft zu stellen“. Es gilt zu prüfen, ob öffentliches Interesse am Erhalt besteht. Dies wäre der Fall, wenn „Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind“. Ferner müssten künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.

Saals Antrag gebe hierfür „keinen stichhaltigen Anhaltspunkt“.

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