Denkfabrik will Innenstadt zum Wohnzimmer machen

Die Innenstadt zum Wohnzimmer machen – so lautet das Ziel des Stadtumbaubüros (v.l.): Verena Reuter, Klaus Röttenbacher, Peter Sasse, Dieter Dzewas und André Westermann.

LÜDENSCHEID ▪ Unten essen sie Pizza, darüber operiert der Zahnarzt, und auf drei weiteren Etagen wird gewohnt: All das passiert im Haus Altenaer Straße 3a bereits hinter einer frisch renovierten Jugendstil-Fassade. Das Gebäude, Baujahr 1904, ist das erste, das mit Fördergeldern aus dem Fassadenprogramm der Denkfabrik verschönert wurde.

Doch auch nach der Renovierung durch Restaurator Klaus Röttenbacher gibt dieses Haus Rätsel auf: Was hat es mit den „Indianerköpfen“ auf sich? Die Frage stellte heute beim Ortstermin auch Bürgermeister Dieter Dzewas angesichts der hell und freundlich wirkenden Fassade. Die einst bunten Indianer wurden dem neuen Beige-Grundton angepasst, dennoch sind die charakteristischen Stuck-Köpfen immer noch gut auszumachen. Sie umgibt eine Art Strahlenkranz, der sie in den Augen vieler Lüdenscheider zu „Indianern“ mutieren lässt. „Wie diese Motive hierher kamen, weiß niemand mehr“, sagte Dzewas. Doch vielleicht könnten LN-Leser ja zur Aufklärung beitragen.

Nur noch wenige Tage werden die Indianer, die kunstvollen Konsolen oder die aufwändig gearbeiteten Geländer vom grünlichen Schutzvorhang der Bauleute verdeckt. Hält sich das Wetter, kann der Schleier bereits am Freitag fallen, sagte Röttenbacher. Dann wird für alle Bürger sichtbar, wofür die Eigentümerfamilie, vertreten von Peter Sasse, Denkfabrik-Gelder erhielt: eine schmucke, dezent gehaltene Hauswand, die sich an historischen Vorgaben ebenso orientiert wie am Aussehen der Nachbarn, etwa dem neuen Rathaus.

Dzewas lud denn auch alle Eigentümer im Stadtumbaugebiet ein, es den Sasses gleichzutun: „Es ist noch reichlich Landesgeld im Fördertopf, und das wollen wir nicht zurückschicken.“

Dem können André Westermann, Projektleiter der Denkfabrik, und Verena Reuter als Koordinatorin der Stadtumbau-Projekte nur beipflichten: „Wer unverbindlich im Stadtumbaubüro an der Knapper Straße vorbeikommt, kann sich dort zu allen Ideen und Fördermöglichkeiten beraten lassen.“

Peter Sasse erklärte, dass es bis zur Bewilligung zwar einigen Papierkram zu erledigen gebe: „Aber es lohnt sich.“

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