Der Denkfabrik drohen weitere Kürzungen

Das Lichtmuseum mit dem Foucaultschen Pendel ist ein wichtiges Projekt der Denkfabrik, die jetzt erneut vor Streichungen stehen könnte.

LÜDENSCHEID ▪ Vor weiteren unerwarteten Einschnitten steht offenbar das große Lüdenscheider Regionale-Projekt „Denkfabrik“. Wie gestern verlautete, sollen in Düsseldorf unter den Landesministerien Ziel-2-Fördermittel der Europäischen Union umverteilt worden sein. Es geht um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, der bisher auch die Regionale-Töpfe speisen sollte.

Welche konkreten Folgen dies für das geplante Lichtmuseum am Bahnhof als größtem Regionale-Einzelprojekt hat, konnten aus dem Stand weder Bürgermeister Dieter Dzewas noch die Landtagsabgeordneten Gordan Dudas (SPD) und Angela Freimuth (FDP) sagen. In Düsseldorf hieß es dazu, Wirtschaftsminister Voigtsberger (SPD) wolle die Denkfabrik „auf jeden Fall“, die bereits angelaufene neue Kostenprüfung dürfe das zuletzt auf 26,8 Millionen Euro bezifferte Lüdenscheider Vorhaben daher „auf keinen Fall gefährden“.

Gordan Dudas will es sich jetzt zur Aufgabe machen, mögliche Auswirkungen auf Lüdenscheid „so geringfügig wie möglich zu halten“. Er sei zuversichtlich, dass die Denkfabrik, die gerade den dritten Regionale-Stern und damit ihre grundsätzliche Förderzusage erhalten hat, umsetzbar bleibt. Die rotgrüne Landesregierung habe Mittel zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung im Haushalt umgeschichtet, bestätigte Dudas. Damit sei er im Grundsatz auch einverstanden: Die Energiewende weg von der Atomkraft müsse finanziert werden.

Nach LN-Informationen soll es in Düsseldorf zudem um „Altlasten“ der schwarz-gelben Regierung Rüttgers in Form eingegangener finanzieller Bindungen gehen. Doch warum auch immer: Offensichtlich muss Lüdenscheid erneut um sein Vorzeige-Quartier bangen. Dies, nachdem die städtische Projektgruppe schon einmal kleiner planen musste. Das Technik-Zentrum für Schüler verlor dabei vor Monaten sein eigenes Gebäude am Bahnhof, jetzt soll es im Phänomenta-Altbau eingerichtet werden.

Alle Regionale-Projekte, die bereits Bewilligungsbescheide vorliegen haben wie der Erlebnisaufzug zur Burg Altena, seien nicht von der Umschichtung betroffen, betonte der Sprecher in Düsseldorf: „Bewilligt ist bewilligt.“ Lüdenscheid verhandelt dagegen laut Bürgermeister Dzewas noch intensiv mit der Bezirksregierung Arnsberg um die Höhe der Landesförderung – und damit auch um den Anteil, den die Stadt selbst beizutragen hat. Dabei rechne die Arnsberger Landesbehörde mit immer spitzerem Bleistift, berichtet Dzewas.

Ob das schon an den Kostenprüfungen liegt, könne er nicht sagen. Zwischen Lüdenscheid und Arnsberg gehe es oft darum, aus welchen Landestöpfen mit ihren unterschiedlichen Förderhöhen jeweils Geld für die Denkfabrik fließen soll.

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