Demonstration gegen Erhöhung der Hundesteuer

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Balu trug geduldig sein Protest-Shirt.

LÜDENSCHEID - Die Demonstration gegen die Erhöhung der Hundesteuer am Samstag wurde zu einer heftigen Diskussionsrunde. Sowohl Bürgermeister Dieter Dzewas als auch der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas, auch Mitglied des Stadtrates, hatten sich zu den Demonstranten gesellt und stellten sich der Diskussion mit den Bürgern.

Dabei entstanden immer wieder heftige Wortwechsel, bei denen die bekannten Positionen aufeinanderprallten.

Die Hundehalter beschwerten sich über die finanzielle Belastung durch die starke Anhebung der Hundesteuer – auf 120 Euro pro Jahr für einen Hund, bei zwei Hunden 180 Euro pro Hund. Für viele Menschen sei der Hund ein wichtiger Sozialpartner, wer aber nur über eine geringe Rente und ein geringes Einkommen verfüge, müsse nun möglicherweise darüber nachdenken, das Tier abzugeben. Dazu führten die Demonstranten ins Feld, dass es für die Steuer keine Gegenleistung gebe, weder ein Hundewiese noch ausreichend Ständer mit Kotbeuteln.

Dzewas und Dudas bemühten sich, die Gründe für die Entscheidung zu erläutern. Sie verwiesen auf die prekäre Haushaltslage und die Sparzwänge. Dudas warnte unter anderem davor, was passiert, wenn der Haushalt nicht genehmigungsfähig wäre. Dzewas verwies auf Personalkürzungen im Rathaus und die Anhebung der Grundsteuern, die ebenfalls beschlossen wurden. Dabei betonte der Bürgermeister, dass es für Steuern im Gegensatz zu Gebühren grundsätzlich keine Gegenleistung gebe. Die Hundehalter beklagten sich über ihrer Meinung nach unnütze Ausgaben wie Tablet-PCs für Ratsmitglieder. Letztlich lief es darauf hinaus, dass die einen um Verständnis warbenfür etwas, für das die anderen kein Verständnis aufzubringen gewillt waren.

Respekt zollten die Demonstranten Dzewas und Dudas dafür, dass sie sich im Gegensatz zu den Vertretern der anderen Ratsfraktionen, die den Beschluss mitgetragen hatten, der Diskussion mit den Bürgern stellten. Auch Monika Dobner, Organisatorin der Demonstration, begrüßte das Gespräch und freute sich, dass sich beide Politiker aufgeschlossen für eine Hundewiese und weitere Kotbeutelbehälter zeigten. Dzewas erinnerte aber daran, dass die letzte Initiative zu einer Hundewiese an mangelndem Engagement der Halter gescheitert sei. Er sei gerne bereit, nach einer möglichen Fläche suchen zu lassen, aber die Umsetzung müsse von Bürgern geleistet werden.

Nicht nur die Zweibeiner diskutierten – einige der zahlreichen Vierbeiner aller Größen und Rassen waren von ihren Haltern zu echten „Protesthunden“ gemacht worden. So hatte Balu ein T-Shirt an, auf dem stand „Ich bin Sozialpartner kein Luxusgut“. Ein kleinerer Kollege trug eine Plakat mit der Frage „Heute sind es die Hunde und Morgen?“ 

Bettina Görlitzer

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