Demografie: Lüdenscheid schrumpft weiter

Bis 2020 immer weniger Kinder: Schlechte Zeiten für Spielplätze in Lüdenscheid.

LÜDENSCHEID - Die Lüdenscheider werden weniger, und die verbleibenden immer älter – gegen den allgemeinen Trend ist kein Kraut gewachsen. Aber: Man kann diesen Schrumpfungsprozess, dem Lüdenscheid besonders stark ausgesetzt ist, abmildern.

Davon zeigen sich jedenfalls die Macher des jetzt vorgelegten Demografie-Konzepts überzeugt. Es müsse gelingen, möglichst viele Einpendler, die heute täglich zur Arbeit nach Lüdenscheid kommen, auch als Einwohner für die Stadt zu gewinnen. Zugleich gelte es die starke Abwanderung aus der Stadt zu stoppen. Denn sonst träfen Pendlerüberschuss und Abwanderung die Bergstadt im Vergleich auch künftig stärker als andere. Momentan gelte, dass Lüdenscheid als Arbeitsplatz sehr attraktiv ist, als Wohnort aber „wenig“.

Das Resultat sind alarmierende Prognosen aus dem 75-seitigen Konzept. Eine Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes besagt, dass die Bevölkerungszahl in Lüdenscheid von 77 430 Einwohnern im Jahre 2008 auf nur noch 68 870 im Jahr 2020 fallen kann. Diesem Rückgang um 11,1 Prozent, der sich vor allem bei der Erwerbsbevölkerung vollzieht, stehen deutlich bessere Vorhersagen für den Märkischen Kreis (minus 8,2 %), für den Regierungsbezirk Arnsberg (minus 5,4) und für das Land (minus 1,8) gegenüber.

Damit die düsteren Vorhersagen in Lüdenscheid nicht eintreffen, zeigt das Konzept Handlungsmöglichkeiten für gesetzte Ziele auf. Lüdenscheid muss demnach „ein attraktiver Standort für Familien“ sein, der jungen Menschen Aussichten bietet. Die Stadt müsse zweitens ihre regionale Bedeutung als Wirtschaftsstandort stärken und schließlich auch „lebenswert für Frauen und Männer nach der Erwerbsphase“ sein.

Zu erreichen seien die Ziele vor allem mit attraktiverer Infrastruktur. Bessere Möglichkeiten für Betreuung, Bildung und Ausbildung, eine „Infrastruktur der Pflege“ und eine erhöhte Attraktivität als Einkaufs- und Wohnstadt werden dazu aufgeführt. All das könne die Stadt selbst steuern. Für andere Ziele wie mehr bürgerschaftliches Engagement oder ein bedarfsgerechtes Wohnungsangebot sol sie als Moderatorin auftreten. Und: Um Initiativen, Projekte und Planungen besser bündeln und steuern zu könenn, schlägt das Konzept eine zentrale Koordinierungsstelle vor. Sonst bestehe die Gefahr des Ausfaserns.

Die Politik diskutiert das Zahlenwerk am kommenden Montag im Hauptausschuss.

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