Demenz: Front gegen das Vergessen

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Werben für die Qualifizierungsmaßnahme: Lia-Anca Wolf und Andreas Hostert von der Volkshochschule, Susanne Zarges von der Stadt sowie Einrichtungsleiter Udo Terschanski (von links).

Lüdenscheid - Die Zahlen machen nachdenklich: Rund 6700 Menschen im Märkischen Kreis leiden an Demenz. In Lüdenscheid sollen es 1200 sein. So jedenfalls die amtlichen Erhebungen. Die Dunkelziffer könnte höher liegen. In den meisten Fällen werden die Betroffenen zu Hause von Familienangehörigen betreut.

Eine schwierige Aufgabe, keine Frage. Entlastung und Unterstützung sind da oft dringend erwünscht. Genau in diese Richtung zielt daher jetzt eine Initiative von Volkshochschule, Stadt, örtlichen Altenzentren und dem Demenz-Netzwerk Lüdenscheid. Dabei geht es um die Qualifizierung von ehrenamtlichen Helfern bei der Betreuung von Demenzkranken. Konkret sieht das Projekt so aus:

Im Zuge ihrer Reihe „Alt werden in Lüdenscheid“ bietet die VHS einen kostenlosen Qualifizierungskursus für angehende Demenz-Helfer an. Das Seminar umfasst insgesamt 30 Stunden und findet in Blockform an drei Wochenenden statt – jeweils freitags (14 bis 19.30 Uhr) und samstags (9.30 bis 15 Uhr). Die genauen Termine: 13. und 14. September, 27. und 28. September sowie 11. und 12. Oktober. Komplettiert wird der Lehrgang durch einen Praktikumstag.

Ort der Qualifizierung ist der VHS-Sitz im Alten Rathaus. Die Leitung hat die Dortmunder Fachreferentin Inge Leder. Es gibt noch einige freie Plätze. Eine kurzfristige Anmeldung ist unter der Lüdenscheid Telefonnummer 17 15 84 bei der VHS möglich. Dort sind auch nähere Informationen erhältlich. Formale Voraussetzungen für die Teilnahme gibt es nicht. Man sollte allerdings gern mit Menschen arbeiten.

Auf die Demenz-Helfer könnte später dann ein Arbeitsaufwand von circa vier Wochenstunden zukommen, wie VHS-Chef Andreas Hostert und Udo Terschanski, Leiter des Amalie-Sieveking-Hauses und des Bonhoeffer-Altenzentrums, ankündigen.

So ist etwa im Bonhoeffer-Zentrum der Aufbau einer Betreuungsgruppe für Demenzkranke geplant. Der Ablauf wäre dann so: Familien könnten betroffene Angehörige zu wöchentlichen Gruppentreffen bringen. Bei denen würden sich die ehrenamtlichen Helfer dann um die Kranken kümmern. Neben Gesprächen sind auch Spiele und Spaziergänge denkbar.

Entstehen könnten solche Betreuungsgruppen laut Terschanski auch in anderen Einrichtungen in Lüdenscheid. Angepeilt sind außerdem Einsätze der Helfer direkt bei den Familien.

Die künftigen Helfer können übrigens mit einer Aufwandsentschädigung rechnen. Im Gespräch sind dabei nach Auskunft von Terschanski 7,50 Euro pro Stunde. - dt

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