Harte Arbeit des THW in Magdeburg nicht belohnt

Die Sandsäcke hielten dem Wasserdruck nicht stand.

Lüdenscheid - Sie haben 14 Stunden lang Sandsäcke geschleppt und alles gegeben, um einen Deichabschnitt nahe der Stadt Jerichow (bei Magdeburg) zu festigen und das dahinter liegende Dorf vor den Wassermassen zu schützen. Doch vergebens: Der Druck des Hochwassers war zu groß, die Sandsäcke hielten nicht stand.

„Ein ganzes Dorf ist abgesoffen“, sagte am Montag Klaus Cordt, Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) Lüdenscheid im Gespräch mit den LN. „Unsere Einsatzkräfte waren ganz schön geknickt. Ich musste sie psychisch erst einmal wieder etwas aufbauen.“

Er habe ihnen aber versichert, sie seien nicht schuld daran, dass der Deich trotz ihrer Bemühungen nicht gehalten haben. „Sandsäcke können einfach kein festes Bauwerk ersetzen.“

14 Mann des THW Lüdenscheid waren am Samstagabend mit schnellen Fahrzeugen ausgerückt, ausgestattet mit Großzelten, Feldbetten und Decken. Sie kamen am Sonntag um 4 Uhr morgens an, schliefen zwei Stunden, um dann 14 Stunden „durchzuknüppeln“. Auch 18 Einsatzkräfte aus dem Altenaer und 17 aus dem Balver Ortsverband rückten aus ins Jerichower Land.

Krisenstab berät über weiteres Vorgehen

Am Montag legten sie zunächst einmal eine Zwangspause ein. Ein Krisenstab kam zusammen und plante das weitere Vorgehen. Klaus Cordt, der von Lüdenscheid den Einsatz koordiniert, schätzt, dass seine Leute nun bei der Evakuierung des Dorfes mithelfen werden.

Lesen Sie dazu auch:

Bekennerbrief: "Flut-Brigade" droht mit Deich-Sabotage

Hunderte Helfer aus NRW in Hochwassergebieten

ICE-Hauptstrecken nach Deichbruch lahmgelegt

Auch in Lüdenscheid fallen viele Arbeiten an. Ein Fahrzeug musste zum reinen Transport von Sandsäcken und Gerätschaften umgerüstet werden. Ein „THWler“ musste zudem für eine vorgesehene Zwischenprüfung beim Arbeitgeber abgemeldet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare