Dehoga: „Internet-Pranger ist keine Alternative“

LÜDENSCHEID ▪ „Das ist keine wirkliche Alternative und stellt Betriebe im Internet an den Pranger, die es vielleicht gar nicht mehr verdient haben.“ Mit diesen Worten reagiert Lars Martin, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Westfalen in Hagen, auf die Idee von NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel, Betriebe im Internet zu veröffentlichen, die gegen die Hygienevorschriften verstoßen haben.

Demnach sollen ab September alle, die ein Bußgeld von 350 Euro zahlen müssen, auf einer Online-Plattform aufgelistet werden – und zwar für jeden zugänglich. Hintergrund ist die auf Bundesebene gescheiterte Hygiene-Ampel, die zuletzt noch von den Mitgliedern des Dehoga-Ortsverbandes Lüdenscheid diskutiert worden war.

„Für mich gehen die neuen Vorschläge in die gleiche Richtung wie die Hygieneampel“, machte Martin auf Anfrage unserer Zeitung deutlich. „Das Problematische daran ist: Was einmal in der Welt ist, ist nur schwer wieder zu entkräften und geistert womöglich noch viele Jahre durch das Netz“, verweist Martin auf die zahlreichen Online-Plattformen, über die Daten und Inhalte, beispielsweise Restaurant-Kritiken, weitergegeben werden. So könne es passieren, dass ein Restaurant gar nicht mehr „am Pranger“ steht, vielleicht sogar den Besitzer gewechselt hat und dennoch kursierten dann negative Bewertungen. „Da sehe ich persönlich eine Gefahr.“

Für ihn sei die Situation, so wie sie derzeit ist, völlig ausreichend, denn: „Wir haben ein gutes Kontrollsystem.“ Das heißt: Gaststätten würden einmal im Jahr kontrolliert, jene, bei denen es Beanstandungen gab, sogar öfter. „Und die Kontrolleure haben ja auch die Möglichkeit, Bußgelder zu verhängen oder einen Betrieb sogar zu schließen“, so Martin, der weiß, dass es durchaus „schwarze Schafe“ gebe. Aber: „Es kommt doch insgesamt sehr selten vor, dass Gefahr für Leib und Leben besteht.“

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