Deckel drauf beim "Deckel drauf" - das sind die Gründe

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Nach dem Training die Deckel ihrer Getränkeflaschen in einem bereitstehenden „Deckel drauf“-Behälter zu entsorgen und gleichzeitig Gutes zu tun, war für die Kursteilnehmer des FitFam Kursstudios in Brügge bislang ein Leichtes. Im Vordergrund die beiden Inhaberinnen Kathrin Spelsberg-Sellenthin und Tanja Kaseder (rechts). Links neben Tanja Kaseder die „Deckel-Beauftragte“ des Rotary-Clubs Lüdenscheid-Zeppelin, Dr. Viola Stender-Schulte.

Lüdenscheid – Mit dem Sammeln von Plastikdeckeln engagieren sich Lüdenscheider im Kampf gegen Kinderlähmung. Nun wird die Aktion eingestellt.

„Die Aktion hat unheimlich viel gebracht. Es konnten viele Menschenleben gerettet werden.“ Bei der Aktion „Deckel drauf“ im Kampf gegen Polio (Kinderlähmung), an der sich bundesweit zahlreiche Rotary-Clubs beteiligen, hat der Endspurt begonnen. Vor Ort unterstützt der Rotary-Club Lüdenscheid-Zeppelin das Erfolgsprojekt. 

Zwei Jahre sammelten die Aktiven bis dato Plastikverschlüsse aus recycelbarem Material. Wie Dr. Viola Stender-Schulte als „Deckel-Beauftragte“ des Clubs kürzlich im Kursstudio FitFam in Brügge als einer von zahlreichen Sammelstellen im Stadtgebiet mitteilte, endet die Aktion in Lüdenscheid am 29. Mai. Bundesweit stellt der „Deckel drauf“-Verein mit Sitz in Nürnberg das Projekt „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ zum 30. Juni ein. 

Kampf gegen Polio

Ziel des Vereins ist es, durch das Sammeln und die Verwertung von Plastikdeckeln die Bekämpfung der hoch ansteckenden Infektionskrankheit, die zu dauerhaften Lähmungen führen kann, zu unterstützen. 

Dank vieler Sammler und Unterstützer konnten insgesamt 1105 Tonnen Deckel erfasst, transportiert und verwertet werden. „Die Erlöse in Höhe von 270.000 Euro haben gereicht, um rund 3.315.000 Impfungen weltweit zu finanzieren“, heißt es in einem Rundschreiben des 2014 nach einer Rotary-Convention in Lissabon gegründeten Vereins. 

Gründe für Aus sind vielfältig

Für Tanja Kaseder und Kathrin Spelsberg-Sellenthin, die sich im Herbst vergangenen Jahres mit ihrem Kursstudio selbstständig gemacht haben und nun Fitnesskurse von Fatburning bis Körperstraffung und Kardiotraining anbieten, war es eine Selbstverständlichkeit, sich für den guten Zweck an der Sammelaktion zu beteiligen. 

„Eigentlich schade“ findet Tanja Kaseder, dass die Aktion nun endet. Nach dem Training die Plastikdeckel der Getränkeflaschen in einem bereitstehenden „Deckel drauf“-Behälter zu entsorgen, war für die Kursteilnehmer ein Leichtes. Die Gründe für das Aus der Aktion sind vielfältig, wie der Verein in seinem Rundschreiben erläutert. 

Sammelmaterial geht aus

„Die Preise auf dem Markt für Sekundärrohstoffe sind zuletzt deutlich gesunken“, ist im Rundschreiben zu lesen. Dadurch könne nicht sichergestellt werden, dass in Zukunft die erforderlichen Erlöse erzielt werden, um das Motto der Sammlung zu erfüllen. Ein weiterer Grund für das Einstellen der Aktion ist die Kunststoffstrategie der EU, nach der „künftig die Deckel fest mit der Flasche verbunden sein müssen.“ 

Damit geht den Aktiven mittelfristig das Sammelmaterial aus. „Bevor unser Projekt ‚schleichend’ irgendwie zu Ende geht, wollen wir es nun anständig und sauber selbst beenden.“ Damit geht „Deckel drauf“ auch in Lüdenscheid in die Endphase. Ende Mai beenden die Rotarier ihre überaus erfolgreiche Aktion.

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