Interview mit dem Star

Deborah Sasson bringt das "Phantom" nach Lüdenscheid

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Lüdenscheid - Ein Weltstar kommt nach Lüdenscheid. Und er freut sich darauf. Deborah Sasson möchte mit dem „Phantom der Oper“ so sehr begeistern, dass die Gäste mit „Standing Ovations“ die Produktion feiern.

Aber es ist weder die Version von Andrew Lloyd Webber noch ein Abklatsch, der gerade für viel Ärger sorgt. Es ist das „Phantom der Oper“ von Deborah Sasson selbst.

Dass der Abend am 7. Februar in der Schützenhalle fantastisch wird, verspricht sie im Interview mit Susanne Fischer-Bolz.

Sie kommen mit dem „Phantom der Oper“ am 7. Februar in die historische Schützenhalle Lüdenscheid. Auf was dürfen sich die Besucher denn freuen?

Deborah Sasson: Es ist eine, wenn ich das sagen darf, erstklassige Produktion. Es ist die Geschichte nach dem Roman von Gastron Leroux, der 1911 auf dem Markt kam und schnell der meistverkaufte Roman aller Zeiten war. Es war sofort ein Schlager. Diese Geschichte habe ich mit 16 gelesen und war sehr fasziniert. Es geht um eine Liebes- Dreiecksgeschichte: Christine, Raoul und dem Phantom. Sie findet in der Pariser Oper statt. Christine ist hin- und hergerissen. Sie liebt ihren Freund Raoul, aber sie will Karriere machen und das Phantom hilft ihr. Er ist ein fantastischer Lehrer, versucht aber auch, Christine an sich zu binden. Die Geschichte ist sehr geheimnisvoll. Unter der Pariser Oper gibt es ein Labyrinth von Gängen und sogar einen Unterwassersee. Als ich das selbst gesehen habe, das war wie eine andere Welt. Die Geschichte ist ein sehr guter Bühnenstoff. Wir haben ein großartiges, fantastisches Bühnenbild. Wir arbeiten mit 3D-Technik, die wir entwickelt haben. Es ist ähnlich wie es David Copperfield macht (lacht). Wir haben ein Liveorchester mit 25 Leuten. Nichts kommt vom Band, alles ist live. Wir sind ein 60-köpfiges Ensemble.

Das „Phantom der Oper“ ist nicht die Version von Andrew Lloyd Webber. Aber erwartete das Publikum nicht genau das?

Deborah Sasson: Natürlich hat die Webber-Fassung sehr viel Erfolg, ich habe es selbst 400 Mal gesungen – oder noch öfter. Es ist sein Meisterwerk. Aber es ist eine ganz andere Geschichte als der Roman erzählt. Webber hat den Namen genommen. Er hat immer eine gute Nase. Aber der Roman hat wenig zu tun mit der Webber-Fassung.

Und Ihre Version ist sehr am Roman angelehnt?

Deborah Sasson: Ja. Es hat mich immer gestört an der Webber-Fassung, dass man in der Pariser Oper ist, aber keine Oper hört. Ich habe gedacht: Wenn sie über eine Probe von La Traviata reden, dann sollte man La Traviata hören.

Wenn sie über Carmen reden, sollte man Carmen hören. Ist denn Ihr „Phantom der Oper“ eher eine Oper oder doch ein Musical?

Deborah Sasson: Es ist ein Musical. All die Sachen, die mit der Geschichte zu tun haben, habe ich mit Jochen Sautter geschrieben, ich die Musik, er das Drehbuch. Die Oper ist die Umrandung.

Ich habe im Internet viele positive, aber auch viele entsetzte Kommentare gelesen – wie empfinden Sie die harsche Kritik, die es manchmal hagelt?

Deborah Sasson: Die Kritiken, die nicht positiv sind, sind meistens eine Verwechslung mit einer anderen Produktion. Es gibt eine andere Produktion, die sogar mit meinem Bild geworben hat. Das wird so oft verwechselt. Wir versuchen das jetzt richtig zu stellen. Leider ist die Produktion von Asa furchtbar. Sie schreiben auf das Plakat „Das Original in deutscher Sprache“ und wissen, dass der Deutsche glaubt, Webber habe es geschrieben. Sie machen ein schönes Plakat und kommen dann mit einem kleinen 7,5 Tonner, ein paar Möbeln, keinem Orchester. Und die Leute rennen aus der Veranstaltung. Das macht natürlich die Branche kaputt. Wir dagegen stecken viel Geld in die Produktion, damit die Gäste auch etwas für ihr Geld bekommen und arbeiten nicht mit Tricks. Wir sagen, wenn Asa in einer Stadt war, dann gehen wir da nicht hin, weil es zu viel Scherben gibt.

Etwas Anderes: Wenn man schon sehr lange sehr erfolgreich auf den Bühnen dieser Welt ist, wie viel Durchsetzungsvermögen benötigt man?

Deborah Sasson: Viel. Mein Bürgermeister aus der kleinen Stadt, in der ich wohne, hat gesagt: Wenn man ein Baum sein will, muss man mit Krähen rechnen (lacht). Man findet immer solche, die bereit sind, Kritik zu üben. Du musst deinem Weg folgen und never give up. Das Leben hat Steine, aber auch viele schöne Erlebnisse und Zeiten. In Füssen hatten wir stehende Ovationen. Ausverkauftes Haus. Das ist dann ein Geschenk für mich.

In vielen Bereichen der Berufswelt ist das Thema „jung und schön“ von großer Bedeutung. Ist das auch auf der Bühne so?

Deborah Sasson: Bis jetzt habe ich keine Probleme mit meinem Alter. Man muss sich neu entdecken. Sachen, die ich früher sehr gut gesungen habe, kann ich nicht mehr singen. Aber es gibt Rollen, die ich vorher nie singen konnte und die jetzt perfekt zu mir passen.

Was denn zum Beispiel?

Deborah Sasson: Tosca oder Carmen. Früher habe ich Königin der Nacht gesungen (lacht). Es ist interessant und das macht das Theater aus. Ich habe gedacht, dass ich ein sehr hoher Sopran bleibe, aber meine Stimme hat sich entwickelt und ist tiefer geworden. Und die andere Sache: Ich hätte nie gedacht, dass ich komponieren würde. Diese Möglichkeit hat sich ergeben. Das ist eine sehr schöne Sache. Ich bin in der Mitte meines zweiten Musicals jetzt – der kleine Prinz. Das wird in einem Jahr aufgeführt. Vor 30 Jahren, wenn mich da jemand gefragt hätte, ob ich solche Wege bestreite, hätte ich nein gesagt. Never say never.

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